Das Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv kommt mit seiner Wanderausstellung „Alles Wissen Wollen. Die Stasi und ihre Dokumente“ nach Hamburg. Vom 17. Juli bis 3. September 2025 wird die Ausstellung im Helmut-Schmidt-Forum zu sehen sein. Sie stellt Objekte aus dem Archiv in den Mittelpunkt, über die sich die Geschichte der DDR-Geheimpolizei, ihre Methoden und die oftmals drastischen Folgen der Bespitzelung für die Betroffenen erschließen lassen.
In sieben Vitrinen werden Reproduktionen von 21 Objekten aus den Beständen des Stasi-Unterlagen-Archivs gezeigt. Dazu gehört ein großer, handgefertigter Buchstabe „A“ (wie Ausreise) aus Alufolie und Krepp-Papier aus der Gegenstandsablage der Stasi. Ein Ehepaar hatte ihn 1985 ins Fenster seiner Wohnung gehängt, um den Wunsch zur Ausreise öffentlich zu dokumentieren – und musste deshalb in Untersuchungshaft. Gezeigt wird auch ein Stasi-Observationsfoto aus Berlin 1986: Zu erkennen ist einer der Beteiligten des Attentats auf die West-Berliner Diskothek „La Belle“ beim Betreten der libyschen Botschaft in Ost-Berlin. Zur Ausstellung gehört eine Stasi-Planungskarte, die zur Überwachung des Besuchs von Bundeskanzler Helmut Schmidt und DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker in Güstrow 1981 angefertigt wurde, bei dem knapp 5.000 Stasi-Kräfte im Einsatz waren.
Die Ausstellung ist als vor Ort- und zugleich Online-Ausstellung konzipiert:
Auf den Vitrinen finden sich neben Kurztexten QR-Codes, die zur Webseite www.alles-wissen-wollen.de führen. Hier finden die Besucher*innen Hintergrundinformationen mit insgesamt knapp 400 Dokumenten, Fotos, Audios und Filmen.
Die Ausstellung wird am 17. Juli 2025 um 18 Uhr im Helmut-Schmidt-Forum eröffnet.
Programm:
Grußworte
- Dr. Meik Woyke (Vorstandvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung)
- Prof. Dr. Daniela Münkel (Abteilungsleiterin für Vermittlung und Forschung im Stasi-Unterlagen-Archiv)
Gespräch: Erinnern für die Zukunft
Prof. Dr. Daniela Münkel und Theresa Hertrich (Projektkoordinatorin Public History an der Universität Hamburg) sprechen über die Bedeutung der Stasi-Unterlagen für das heutige Verständnis unserer demokratischen Gesellschaft.
Moderiert wird die Veranstaltung von Franziska Zollweg (Wissenschaftliche Leitung des Korrespondenzprojekts bei der Bundeskanzler-Helmut Schmidt-Stiftung).
Anschließend führt Evelyn Zupke (SED-Opferbeauftragte im Deutschen Bundestag) ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Uwe Kaspereit.
Zusätzliches Angebot:
- Am 29. August von 13 bis 17 Uhr bieten wir einen weiteren Termin für die Beantragung auf Stasi-Akteneinsicht für Privatpersonen an. Ein Mitarbeiter des Stasi-Unterlagen-Archivs wird vor Ort sein und Sie bei Bedarf beraten.
- Am 17. Juli 2025 in der Zeit von 16 bis 17:30 Uhr bietet die SED Opferbeauftragte Evelyn Zupke ein persönliches Bürgergespräch an. Hierfür wird um Voranmeldung per Telefon (030 227-37893) oder per Mail (sed-opferbeauftragte@bundestag.de) gebeten.
- Ohne Voranmeldung besteht im oben genannten Zeitraum zusätzlich die Möglichkeit, ein Informationsangebot zu Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für die Opfer der SED-Diktatur und der kommunistischen Herrschaft in der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland und der ehemaligen DDR durch einen Mitarbeitenden der SED-Opferbeauftragten in Anspruch zu nehmen.
- Des Weiteren können Sie im Rahmen der Eröffnung am 17. Juli von 17 bis 20 Uhr und am 18. Juli von 11 bis 14 Uhr einen Antrag auf Stasi-Akteneinsicht für Privatpersonen stellen. Mitarbeitende des Stasi-Unterlagen-Archivs stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.
Die Ausstellung wird vom 17. Juli bis 3. September 2025 im Helmut-Schmidt-Forum zu sehen sein.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Zusätzliche Informationen
Bilder und Kurzfilm zur Ausstellung finden Sie unter:
https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/vor-ort-entdecken/ausstellungen/wanderausstellung-alles-wissen-wollen/#c54118
In unserem Schmidtletter von Franziska Zollweg und Dr. Magnus Koch erfahren Sie mehr über Helmut Schmidt und die Stasi.
Mehr über das deutsch-deutsche Gipfeltreffen von Erich Honecker und Helrmut Schmidt in Güstrow 1981 lesen Sie in diesem Artikel von unserer Archivarin Franziska Zollweg.



