Autorinnen: Dr. Elisabeth Winter, Lea Holst
Wirtschaftssicherheit steht weit oben auf der deutschen und europäischen Agenda. Mit der Veröffentlichung der neuen europäischen Doktrin zu wirtschaftlicher Sicherheit in der vergangenen Woche gewinnt die Debatte weiter an Dynamik, wie Europa in einer fragmentierten Welt offen, wettbewerbsfähig und zugleich widerstandsfähig bleiben kann. Unser neues Policy Paper „Wirtschaftssicherheit neu denken: Hamburg als sicherer Hafen der inklusiven Geoökonomie“ zeigt einen mehrdimensionalen Ansatz zu mehr Wirtschaftssicherheit für Deutschland und Europa.
Anhand des Hamburger Hafens zeigt das Policy Paper exemplarisch, wie diese Dimensionen in der Praxis zusammenwirken. Das Beispiel macht deutlich, dass Häfen Knotenpunkte wirtschaftlicher Sicherheit sind, und dass langfristige Resilienz nur durch enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft entstehen kann.
Die Autor*innen Dr. Elisabeth Winter und Lea Holst argumentieren, dass wirtschaftliche Sicherheit weit über Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigungsfähigkeit hinausgeht. In einer geopolitisch fragmentierten Welt greifen ökonomische Abhängigkeiten, militärische Risiken, soziale Spannungen und ökologische Belastungen zunehmend ineinander. Deshalb braucht Deutschland eine inklusive geoökonomische Strategie, die wirtschaftliche, strategisch-militärische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen systematisch miteinander verbindet.
Zentrale Erkenntnisse:
#1 Wirtschaftssicherheit ist mehrdimensional.
Deutschland kann nur dann widerstandsfähig und international wettbewerbsfähig bleiben, wenn ökonomische, sicherheitspolitische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen zusammengedacht werden.
#2 Die EU setzt den strategischen Rahmen.
Der Dreiklang Promote – Protect – Partner, der kürzlich in der Doktrin zur wirtschaftlichen Sicherheit neu festgeschrieben wurde, sollte Deutschlands geplante nationale Wirtschaftssicherheitsstrategie leiten.
#3 Häfen sind Knotenpunkte wirtschaftlicher Sicherheit.
Der Hamburger Hafen zeigt, wie eng wirtschaftlich-technologische, strategisch-militärische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen verflochten sind und veranschaulicht damit die Notwendigkeit enger Koordinierung zwischen allen relevanten Akteur*innen.
#4 Inklusive Geoökonomie ist der Schlüssel.
Wirtschaftspolitik muss aktiv gestaltet werden, indem Effizienz, soziale Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verknüpft werden.
Das vollständige Paper finden Sie hier:
Weitere Informationen zum BKHS-Projekt Inklusive Geoökonomie finden Sie hier.
Hier geht es zur englischen Version der Publikation.



