BKHS-Blickwinkel #11_2025 | Wirtschaftssicherheit neu denken

Wirtschaftssicherheit neu denken: Hamburg als sicherer Hafen der inklusiven Geoökonomie

Zu den Themen:WirtschaftBlickwinkel
Blick auf den Hamburger Hafen

Autorinnen: Dr. Elisabeth Winter, Lea Holst 

Wirtschaftssicherheit steht weit oben auf der deutschen und europäischen Agenda. Mit der Veröffentlichung der neuen europäischen Doktrin zu wirtschaftlicher Sicherheit in der vergangenen Woche gewinnt die Debatte weiter an Dynamik, wie Europa in einer fragmentierten Welt offen, wettbewerbsfähig und zugleich widerstandsfähig bleiben kann. Unser neues Policy Paper „Wirtschaftssicherheit neu denken: Hamburg als sicherer Hafen der inklusiven Geoökonomie“ zeigt einen mehrdimensionalen Ansatz zu mehr Wirtschaftssicherheit für Deutschland und Europa.

Anhand des Hamburger Hafens zeigt das Policy Paper exemplarisch, wie diese Dimensionen in der Praxis zusammenwirken. Das Beispiel macht deutlich, dass Häfen Knotenpunkte wirtschaftlicher Sicherheit sind, und dass langfristige Resilienz nur durch enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft entstehen kann.

Die Autor*innen Dr. Elisabeth Winter und Lea Holst argumentieren, dass wirtschaftliche Sicherheit weit über Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigungsfähigkeit hinausgeht. In einer geopolitisch fragmentierten Welt greifen ökonomische Abhängigkeiten, militärische Risiken, soziale Spannungen und ökologische Belastungen zunehmend ineinander. Deshalb braucht Deutschland eine inklusive geoökonomische Strategie, die wirtschaftliche, strategisch-militärische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen systematisch miteinander verbindet.
Zentrale Erkenntnisse:

#1 Wirtschaftssicherheit ist mehrdimensional.
Deutschland kann nur dann widerstandsfähig und international wettbewerbsfähig bleiben, wenn ökonomische, sicherheitspolitische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen zusammengedacht werden.

#2 Die EU setzt den strategischen Rahmen.
Der Dreiklang Promote – Protect – Partner, der kürzlich in der Doktrin zur wirtschaftlichen Sicherheit neu festgeschrieben wurde, sollte Deutschlands geplante nationale Wirtschaftssicherheitsstrategie leiten.

#3 Häfen sind Knotenpunkte wirtschaftlicher Sicherheit.
Der Hamburger Hafen zeigt, wie eng wirtschaftlich-technologische, strategisch-militärische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen verflochten sind und veranschaulicht damit die Notwendigkeit enger Koordinierung zwischen allen relevanten Akteur*innen.

#4 Inklusive Geoökonomie ist der Schlüssel.
Wirtschaftspolitik muss aktiv gestaltet werden, indem Effizienz, soziale Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verknüpft werden.

Das vollständige Paper finden Sie hier:

Download

Weitere Informationen zum BKHS-Projekt Inklusive Geoökonomie finden Sie hier.

Hier geht es zur englischen Version der Publikation.

Blick auf den Hamburger Hafen

© canva

Autorin: Lea Holst

Wissenschaftliche Assistenz Programmlinie Globale Märkte und soziale Gerechtigkeit

Lea Holst arbeitet im Projekt „Inklusive Geoökonomie“ der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Daneben engagiert sie sich ehrenamtlich im Vorstand der feministischen Friedensorganisation WILPF und als Mentorin bei der Claussen-Simon-Stiftung in Hamburg. Zuvor arbeitete sie als Projektmanagerin bei der Organisation FAIR SHARE of Women Leaders, die sich für „mehr Frauen in Führung“ einsetzt. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Fragen globaler Gerechtigkeit und politischer Ökonomie, wobei ihr Schwerpunkt auf Gender-Ansätzen liegt.

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