Objekt der Woche: Die Wasserrechnung

In seiner Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag am 16. Dezember 1976 sprach Helmut Schmidt, gerade als Bundeskanzler bestätigt, unter anderem darüber, dass er sich zuweilen undurchsichtigen Formularen ausgeliefert fühle.

Die von Computern ausgedruckten Rechnungen, Abrechnungen und Darlegungen, die man ohne die Hilfe eines Fachmannes nicht verstehen könne, seien unwürdig, prangerte der Bundeskanzler in seiner Rede vor den Abgeordneten an und nennt als Beispiele die Gehaltsabrechnung  oder Wasserrechnung.

Diese kritische Passage gegen Bürokratisierung führte nicht nur zu einer Korrespondenz Helmut Schmidts mit den Hamburger Wasserwerken, die ihrem Kunden aus dem Neubergerweg versicherten, stets um übersichtliche und gut lesbare Rechnungen bemüht zu sein (nachzulesen im  F.A.Z.-eBook „Helmut Schmidt - Macht und Eleganz“, Beitrag von Helmut Herles „Nach längerem Nachdenken konnte der Kanzler seine Wasserrechnung doch lesen“).

Das Thema „Wasserrechnung“ inspirierte auch Loriot zu einem Werbespot für die ZEIT, in dem der Humorist in seiner unnachahmlichen Weise Helmut Schmidt in eine seiner typischen Zeichentrickfiguren mit Knollnase verwandelte und mit Originalstimme sagen lässt: „Ich verstehe wie gesagt meine Wasserrechnung nicht, obwohl ich mir jedes Mal, wenn sie kommt, wieder Mühe gebe, das Kauderwelsch da, dieses computerausgedruckte Kauderwelsch zu verstehen....“.   Zum Schreien komisch und damals ein Hit der Kinowerbung, wie wir in dem Buch „Helmut Schmidt – Der letzte Raucher“ von Martin Rupps erfahren.

Loriot Clip mit Helmut Schmidt

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