1955 wurde die Bundeswehr als Armee eines neuen, demokratischen Westdeutschlands gegründet – ihr Anspruch: die Ausbildung von „Staatsbürgern in Uniform“. Die Bundeswehruniversitäten, initiiert durch Verteidigungsminister Helmut Schmidt, sollten junge Offiziere nicht nur militärisch, sondern auch staatsbürgerlich formen. Dennoch zeigen sich bis heute Spuren autoritären Denkens und rechtsextremer Netzwerke in der Truppe. Welchen Einfluss haben diese in der Bundeswehr heute? Und welche Herausforderungen stellen bekannt gewordene Fälle rechtsextremer Soldat*innen an Demokratie und Sicherheit dar – besonders in Zeiten, in denen eine allgemeine Wehrpflicht wieder diskutiert wird?
26. September 2025 | 18 Uhr | Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam
Am Kanal 47, 14467 Potsdam
Ohne Anmeldung
Diskutieren Sie mit unseren Gästen Caroline Walter und Jakob Saß über Geschichte und Gegenwart!
- Caroline Walter
Ist investigative Journalistin aus Berlin mit umfassender Expertise zu Rechtsextremismus in der Bundeswehr. Über zwanzig Jahre hat sie für das ARD-Politikmagazine wie KONTRASTE zahlreiche aufdeckende Berichte über rechtsextreme Strukturen und das Fortwirken der Wehrmacht-Tradition in der Truppe veröffentlicht. Ihre Recherchen führten unter anderem dazu, dass Kasernen umbenannt und belastete Ausbildungsbücher aus dem Verkehr gezogen wurden. Als Buchautorin veröffentlichte sie zuletzt eine Analyse zu „Querdenkern in Uniform“. - Jakob Saß
Historiker in Berlin und Potsdam. Er forscht zur NS-Geschichte, zu Rechtsradikalismus nach 1945 und Geschichtsdarstellungen in digitalen Spielen. Am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam beendet er zurzeit seine Dissertation mit dem Titel „Die radikale Rechte und die Bundeswehr im Kalten Krieg“. Seit kurzem ist er Gründer und Co-Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens „Game Change Lab“, das den Einsatz von digitalen und analogen Spielen in der historisch-politischen Bildung fördert.
Moderation:
- Dr. Magnus Koch
Historiker und Leiter Programmbereich Ausstellungen und Geschichte, Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam und dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam statt.
Tipp: Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms der Wanderausstellung #ChallengingDemocracy – Von Helmut Schmidt bis heute. Sie ist vom 4. September bis 29. Oktober im Foyer der Stadt- und Landesbibliothek zu sehen. Die Ausstellung blickt biografisch auf Helmut Schmidt als Akteur der Zeitgeschichte und verbindet die Themen und Debatten der späten 1960er- bis 1980er-Jahre der Bundesrepublik mit aktuellen Debatten. Damals wie heute stellen sich die Menschen Fragen: Was schützt und was bedroht Demokratie? Wie sozial und wie nachhaltig ist Demokratie?





