Wie ein Andreasgraben in der jüngeren Geschichte

Prof. Dr. Ulrich Herbert sprach über “Die Kanzlerjahre und das Ende der klassischen Industriegesellschaft“

  • Vortrag des renommierten Historikers anlässlich des 99. Geburtstags von Helmut Schmidt in der Bucerius-Law-School
  • Peer Steinbrück und Katharina Fegebank begrüßten
  • Sonntag, 25. Februar 2018, 11.00 Uhr, Hochschule für Musik und Theater: Musikalische Matinee „Der Kanzler als Pianist“

Hamburg, 21. Februar 2018. Welchen Herausforderungen vor allem wirtschaftspolitischer Art sich Helmut Schmidt in seiner Zeit als Kanzler stellen musste, erklärte der renommierte Historiker Prof. Dr. Ulrich Herbert im Rahmen eines Vortrages am 20.02.2018 in der Bucerius Law School. Zahlreiche Gäste waren der Einladung der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung gefolgt, um den 99. Geburtstag Helmut Schmidts nachzufeiern. Peer Steinbrück, der Kuratoriumsvorsitzende, begrüßte die Gäste und stellte die Arbeit der Stiftung vor. Die Stiftung werde als „Denkfabrik“ die Hamburger Wissenschaftslandschaft bereichern, betonte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank in einem Grußwort. Seine Fortsetzung findet der Veranstaltungsreigen zum 99. Geburtstag am kommenden Sonntag, den 25.02.2018, mit einem klassischen Konzert in der Hochschule für Musik und Theater.

In seinem Vortrag diagnostizierte Prof. Dr. Ulrich Herbert eine Zeitenwende, die Schmidts Kanzlerschaft in den 1970er Jahren dominierte. „Es war eine besondere historische Phase, in die Schmidts Kanzlerschaft fiel. Sie liegt wie ein Andreasgraben in der jüngeren Geschichte, gekennzeichnet vom Zusammenprall zweier tektonischer Platten: der klassischen Industriegesellschaft, wie sie sich am Ende des 19. Jahrhunderts herausgebildet hatte, und der Phase, in die auch unsere Gegenwart fällt, die man vielleicht einmal die Zeit der Globalisierung nennen wird. In dieser Zeitenwende der 1970er Jahre war Helmut Schmidt ohne Zweifel die herausragende Figur, und das nicht nur bezogen auf Deutschland und die Wirtschaftspolitik – aber eben vor allem dort.  Sein massives und erfolgreiches Insistieren auf eine Globalisierung der Politik, noch bevor dieser Begriff en vogue war, aber auch seine Abkehr von einer Politik der Wunscherfüllung, von der Illusion des Sieges über die kapitalistischen Krisen mithilfe wissenschaftlicher Instrumente haben in diesem Land und weit darüber hinaus durchaus segensreich gewirkt.“ Schmidt sei in dieser Umbruchphase, so Herbert abschließend, klar, präzise und bestimmt aufgetreten. Er habe die Probleme benannt und die Welt nicht schöngeredet. In dieser historischen Situation habe es einer solchen nüchternen, selbstbewussten, kompetenten, ja charismatischen Führungsfigur, wie Helmut Schmidt sie zweifelslos war, bedurft „und bedarf es womöglich auch heute.“   

Schon in seiner Begrüßung hatte Peer Steinbrück, Vorsitzender des Kuratoriums der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, den dazu passenden Stiftungszweck formuliert: „Wir wollen Impulse und Initiativen Helmut Schmidts auf die heutige Situation spiegeln.“

Auch die Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Katharina Fegebank, betonte in ihrem Grußwort, wie hochaktuell die Fragen sind, die schon Helmut Schmidt beschäftigten und gab der Stiftung mit auf den Weg: „Helfen Sie mit, praktische Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden.“

Am kommenden Sonntag, den 25. Februar 2018, um 11.00 Uhr findet in der Hochschule für Musik und Theater der zweite Teil der Geburtstagsnachfeier statt. Bei einem Klassik-Konzert werden Stücke aufgeführt, die Helmut Schmidt nicht nur besonders schätzte, sondern teils selbst auch auf Schallplatte eingespielt hat.

©BKHS/Michael Zapf

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