Willen braucht man... und Spekulatius!

Abendveranstaltung zur Buchveröffentlichung „Schmidt! Demokratie leben“

Die meisten Menschen denken bei Helmut Schmidt (1918–2015) wohl an den Krisen­manager und Welterklärer – gerne mit Elblotsen­mütze auf dem Kopf oder Zigarette in der Hand. Während seiner Kanzler­schaft von 1974 bis 1982 sieht sich die Bundes­republik erheblichen Heraus­forde­rungen gegen­über, für die allein national­staatliche Lösungs­ansätze zu kurz greifen. Ökonomisch enden die Jahrzehnte des „Wirtschafts­wunders“ und der Energie­sicherheit spätestens mit dem Ölpreis­schock. Militärisch droht ein gefährlicher nuklearer Rüstungs­wettlauf zwischen NATO und Warschauer Pakt, und innen­politisch erfordert die staatliche Reaktion auf Terror­anschläge der Rote Armee Fraktion schwierige Abwägungen zwischen den Grundwerten von Sicherheit und Freiheit.

Dieser Begleitband zur Ausstellung „Schmidt! Demokratie leben“ vermittelt Einblicke in ein knappes Jahrhundert Zeitgeschichte. Fallstudien widmen sich heute noch kontrovers diskutierten Themen von Atomkraft bis Welt­wirtschaft, aber auch biografischen Aspekten wie Schmidts Zeit in der Wehr­macht oder seinen Aktivitäten als Altkanzler. Zudem präsentieren diese Objekt­geschichten spannende zeitgeschichtliche Zeugnisse.

Wir laden Sie herzlich zur Abendveranstaltung „Willen braucht man... und Spekulatius!“ anlässlich der Buchveröffentlichung des Begleitbands zur Dauerausstellung ein. Es erwarten Sie spannende Präsentationen von Helmut Schmidts Objekten in unseren Ausstellungsräumen. Zudem werden wir eine Buchverlosung unter den Teilnehmenden durchführen. Für weihnachtliche Leckereien ist ebenfalls gesorgt.

  • Donnerstag, 19. Dezember, um 18 Uhr im Kattrepel 10, 20095 Hamburg

Die Feierabendführung entfällt an diesem Abend.

Der Begleitband zur Ausstellung „Schmidt! Demokratie leben“ erscheint am 18. Dezember beim Sandstein Verlag.

Zum Buch „Schmidt! Demokratie leben“

Zum Video mit Dr. Johannes Zechner

Grafisch aufbereiteter Text zu einer schwarzen Mütze: Der Elblotse - Helmut Schmidts Markenzeichen. Als Bekenntnis für seine Heimatstadt war sie mit ihm überall auf der Welt. Denn ein Elblotse, versichert Helmut Schmidts Mützenmacher, sitzt immer fest. Bei Wind und jedem Schietwetter.
Grafisch aufbereiteter Text zu einem Atombomben-Rucksack: Schwere Last, Klare Haltung. Schmidt wendet sich entschieden gegen den geplanten Einsatz solcher Atombomben und fordert stattdessen eine "nicht-selbstmörderische Form der Verteidigung".
Grafisch aufbereiteter Text zu dem Bundeswehr-Haarnetz: Staatsbürger in Uniform. Zu Helmut Schmidts umstrittensten Vorhaben als Verteidigungsminister gehört der "Haarnetzerlass", durch den Soldaten den bisher vorgeschriebenen Kurzschnitt textil umgehen können. Nach teils harscher Kritik am Erscheinungsbild der Truppe gelten wieder die alten Regeln - offiziell aus hygienisch-sanitären Gründen.
Grafisch aufbereiteter Text zu der Schallplatte "Entrüstung": Ohne Waffen Frieden schaffen. Schmidts Festhalten an einer Politik der "Abschreckung" führt Ende der 1970er-Jahre zu wachsender innerparteilicher wie gesellschaftlicher Kritik. Wichtige Ausdrucksform des zivilgesellschaftlichen Protests ist Musik.
Grafisch aufbereiteter Text zum Dienstkalender des Bundeskanzlers: Sitzungen, Beratungen und Friseurtermine. Dieser Kalender stammt aus dem Jahr 1977. Er enthält damit neben Sitzungen, Flugdaten und Friseurterminen auch Schmidts Termine während der
Grafisch aufbereiteter Text zum Brettspiel "Öl für uns alle": Öl, Öl, Öl. Usrprünglich ließ die British Petroleum Company das Brettspiel als Werbeprodukt fertigen. Das Brettspiel handelt von der Verfügbarkeit des Rohstoffs für eine boomende Weltwirtschaft.

Autor: Dr. Johannes Zechner

Dr. Johannes Zechner war bis 2024 Kurator bei der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Vor seiner Tätigkeit bei der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung Lehrbeauftragter am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ausstellungskurator am Deutschen Historischen Museum. In seinem Postdoc-Projekt „Nationen hinter Glas“ untersuchte er Repräsentationen kollektiver Identität in deutschen und amerikanischen Geschichtsmuseen.

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