50.000 Blatt Papier: Helmut-Schmidt-Archiv wird digital

v.l.: Karin Ellermann, Archivarin des Helmut Schmidt-Archivs, übergibt 126 Archivkartons mit 50.000 Blatt Archivalien aus dem Nachlass des Staatsmannes zur Digitalisierung an Sabine Berger, Projektleiterin der Firma Mikro Byte. Foto: © Michael Zapf

Abtransport aus dem Magazin des Helmut Schmidt-Archivs: Die Digitalisierung der Dokumente ist die Voraussetzung dafür, den Bestand für die wissenschaftliche Forschung noch besser nutzbar zu machen und ihn gleichzeitig zu schützen und zu erhalten. Foto: © Michael Zapf

Erschließung des Nachlasses für die Forschung schreitet voran

Hamburg, 25. April 2019. 126 Archivkartons wurden heute aus dem Magazin des Helmut-Schmidt-Archivs abgeholt. Sie enthalten 50.000 Blatt Archivalien aus dem Nachlass des Staatsmannes und bilden die erste Charge, die jetzt zur Digitalisierung an eine Fachfirma geht. Dies ist die Voraussetzung dafür, um den Bestand für die wissenschaftliche Forschung noch besser nutzbar zu machen, ihn aber gleichzeitig zu schützen und zu erhalten. Noch in seinem Todesjahr 2015 hatte Helmut Schmidt der Digitalisierung der Dokumente zugestimmt.
 
Die Dokumente für den ersten Digitalisierungsauftrag stammen aus der Kategorie „Press-Echo“ im Zeitraum 1953 bis 1974. Es handelt sich um Medien-Veröffentlichungen, Artikel, Berichte und Kommentare, die den politischen Werdegang Helmut Schmidts vom Einzug in den Bundestag bis zur Wahl zum Bundeskanzler widerspiegeln.

Das Gesamtvolumen des Nachlasses im Helmut-Schmidt-Archiv umfasst etwa 3.000 Ordner à 500 Blatt. Es wird mehrere Jahre dauern diesen Bestand komplett zu erschließen und zu verzeichnen, um ihn in die Nutzung zu überführen. Die Archivarinnen und Archivare steuern diesen Prozess in drei Schritten. Zuerst werden die Dokumente archivtechnisch bearbeitet, von Metallteilen befreit, sprich „enteist“, und foliert, das heißt durchnummeriert. Im zweiten Schritt werden die Archivalien erschlossen und verzeichnet, in dem ein Aktentitel gebildet und eine Signatur vergeben wird. Diese Angaben sowie der Umfang und der zeitliche Rahmen dienen als Meta-Daten, die in die Archivsoftware „FAUST“ eingegeben werden. Abschließend wird jedes Dokument digitalisiert und mithilfe einer OCR-Software (Optical Character Recognition) durch optische Zeichenerkennung in eine bearbeitbare und durchsuchbare pdf-Datei umgewandelt. Erst in dieser Form können die gescannten Dokumente per Schlagwort durchsucht, digital ausgelesen und weiterverwendet werden. Dieses bedeutet eine große Erleichterung für wissenschaftliches Arbeiten.

Im Helmut-Schmidt-Archiv werden die Bestände systematisch nach Kategorien erschlossen. Aktuell wird der Nachlass gezielt auf historische Dokumente gesichtet, mit denen die Erarbeitung des Konzepts für die 2020 geplante Dauerausstellung in der Hamburger Innenstadt unterstützt werden kann. Diese wird von der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung an ihrem Hauptsitz in Hamburg, Kattrepel 10, vorbereitet. Zurzeit ist hier bis Ende Oktober 2019 die Fotoausstellung „100 Jahre in 100 Bildern” zu sehen.

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