Der Herr der Flut

Tauschten sich beim 4. Schmidtwochabend aus über „Helmut Schmidt und die Sturmflut“ (v.l.n.r): Hamburgs Innensenator Andy Grote, Zeitzeuge und Polizeibeamter a. D. Jürgen Heinemann, Experte für Technikgeschichte Dr. Felix Mauch und Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Bildrechte: BKHS/M. Zapf

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„Die Bilder von gebrochenen Deichen, überschwemmten Straßenzügen und den vielen Verzweifelten, die in eisiger Kälte auf den Dächern ausharrten, sind uns auch fast 60 Jahre nach der Flut-Katastrophe noch immer im Bewusstsein“, stellte Innensenator Andy Grote fest. Bildrechte: BKHS/M. Zapf

Helmut Schmidt habe als verantwortlicher Senator das Heft des Handelns in die Hand genommen und mit Besonnenheit, analytischem Sachverstand und präzisen Weisungen einen großen Beitrag dafür geleistet, dass den Menschen in ihrer Not so schnell geholfen wurde, so Grote. Bildrechte: BKHS/M. Zapf

17. Februar 1962. Polizeisenator Schmidt verschafft sich im Hubschrauber einen Überblick über die Lage. Sein entschlossenes Handeln angesichts der Katastrophe begründete seinen Ruf als Krisenmanager. Thema beim Schmidtwochabend „Helmut Schmidt und die Sturmflut“. Bildrechte: Axel-Springer-Verlag

Schmidtwochabend „Helmut Schmidt und die Sturmflut“ mit Innensenator Andy Grote

Hamburg, 20.02.2020. Sein Image als Krisenmanager, der unerschrocken anpackt und sich im Angesicht bedrohter Menschenleben nicht um Vorschriften schert, hat Helmut Schmidt 1962 bei der verheerenden Sturmflut erworben. Als Hamburger Polizeisenator übernahm er im Februar 1962 die Leitung des Katastrophenstabs. Zusammen mit seinem 17. Nachfolger, dem Hamburger Innensenator Andy Grote, blickte die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung zurück auf die Ereignisse von damals und betrachtet die Lage heute. Beim vierten Schmidtwochabend, der restlos ausgebucht war, ging es am 19. Februar 2020 um „Helmut Schmidt und die Sturmflut“. Moderiert von Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Stiftung, tauschten sich Innensenator Grote, der Zeitzeuge und Polizeibeamte a. D. Jürgen Heinemann sowie der Experte für Technikgeschichte Dr. Felix Mauch miteinander aus.

Die Szene, die auch im Foto dokumentiert ist, ist bezeichnend für das Geschehen rund um die Sturmflut. Mit einem der ersten Hubschrauber, die am frühen Nachmittag in Hamburg eintrafen, flog Schmidt das Katastrophengebiet ab, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Der Hubschrauber flog mit ausgehängten Türen, und ich hatte ganz schön Angst. Mein Eindruck war schrecklich; ich war überzeugt, dass Zehntausende in Lebensgefahr waren“, berichtete Schmidt in einem NDR-Interview. Schon in diesem Schmidt-Zitat wird deutlich: Die Situation war dramatisch. Das unterstreicht auch ein Filmausschnitt, der beim Schmidtwochabend gezeigt wurde.

Im Anschluss daran hielt Dr. Felix Mauch ein Impulsreferat zum Thema „Gedächtnisse an die Sturmflut“. Der an der Technischen Universität München tätige Wissenschaftler hat zur Hamburger Sturmflut von 1962 veröffentlicht. In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit der Art und Weise, wie Katastrophen in der lokalen, kollektiven, offiziellen und aktualisierten Erinnerung gespeichert werden.

Bei der anschließenden Diskussion zwischen Innensenator Andy Grote, dem Zeitzeugen und Polizeibeamten a. D. Jürgen Heinemann, Dr. Felix Mauch und Dr. Meik Woyke, ging es schließlich um Fragen wie: Inwieweit ist Helmut Schmidts Handeln im Katastrophenfall Vorbild und Verpflichtung für den Amtsinhaber heute? Wie gut ist die Stadt auf solche Ereignisse vorbereitet? Vor welchen aktuellen Herausforderungen steht der Innensenator heute?

„Die Bilder von gebrochenen Deichen, überschwemmten Straßenzügen und den vielen Verzweifelten, die in eisiger Kälte auf den Dächern ausharrten, sind uns auch fast 60 Jahre nach der Flut-Katastrophe noch immer im Bewusstsein“, stellte Innensenator Andy Grote fest. „Wenn wir an das Leid dieser Tage zurückdenken, erinnern wir uns aber auch an den herausragenden Einsatz vieler Helferinnen und Helfer, die während dieser Katastrophe über sich hinausgewachsen sind, um Menschen aus unmittelbarer Lebensgefahr zu retten.

Helmut Schmidt habe als verantwortlicher Senator das Heft des Handelns in die Hand genommen und mit Besonnenheit, analytischem Sachverstand und präzisen Weisungen einen großen Beitrag dafür geleistet, dass den Menschen in ihrer Not so schnell geholfen wurde, so Grote. „Sein Handeln ist auch für uns Verpflichtung, indem wir dafür sorgen, dass sich die Hamburgerinnen und Hamburger in Notsituationen immer auf die politische Führung ihrer Stadt verlassen können.“

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