Deutsch-deutsche Geschichte im Spannungsfeld von Kunst und Politik

Dr. Christoph Links, Kristina Volke (Bildmitte) und Gudrun Brüne ließen die Gäste des Schmidtwochabends in ein Kapitel deutsch-deutscher Kunst- und Politikgeschichte eintauchen. Bildrechte: Zapf

Auch der zweite Schmidtwochabend im Helmut-Schmidt-Forum war wieder komplett ausgebucht. Bildrechte: Zapf

Schmidtwochabend 2 beleuchtet die „Operation Mütze“

Hamburg, 12.12.2019. Einblicke in eine Epoche deutsch-deutscher Geschichte gab es gestern Abend beim zweiten Schmidtwochabend im Helmut-Schmidt-Forum in Hamburg. Auf Einladung der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und des Julius-Leber-Forums der Friedrich-Ebert-Stiftung berichteten Kristina Volke und Gudrun Brüne mit Moderator Dr. Christoph Links über das Zustandekommen des Kanzlerportraits von Helmut Schmidt. Er saß dem Maler und DDR-Künstler Bernhard Heisig 1984 in Leipzig Modell. Die Hintergründe dieses Ereignisses zu erfahren, lockte wieder viele Besucherinnen und Besucher in das Helmut-Schmidt-Forum.

Die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Kristina Volke ist stellvertretende Leiterin und Kuratorin in der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages und Autorin des Buches „Heisig malt Schmidt“. Gemeinsam mit Verleger Dr. Christoph Links rekonstruierte sie aus ihrer Forschung, wie die Treffen der beiden Männer Schmidt und Heisig zustande kamen. Mit sehr privaten Eindrücken machte Gudrun Brüne, die Witwe Heisigs, die Besuche und die aus dem Kunstprojekt wachsende Freundschaft zwischen den Ehepaaren Heisig und Schmidt erlebbar. Die zahlreichen Gäste lauschten mit Spannung, wie die „Operation Mütze“ die beiden „wesensverwandten Männer“ verband. Neben der deutsch-deutschen Lebensrealität wurde deren Beziehung von den drei Diskutanten auch politisch eingeordnet. Für Helmut Schmidt war die Wahl des Künstlers ein politisches Statement. Zu der Zeit sorgte die Idee des Bundeskanzlers auch auf beiden Seiten der Mauer für Irritationen. Rückblickend kann seine Wahl des Künstlers als Vorbote des kurz danach geschlossenen Kulturabkommens der beiden deutschen Staaten gesehen werden und fand nur wenige Jahre vor der Wiedervereinigung statt.

Weitere Informationen zu „Heisig malt Schmidt“:

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