#HelmutSchmidt101: The Responsibility Ethicist

Helmut Schmidt during a televised address on the kidnapping of the President of the Confederation of German Employers' Associations Schleyer. Photo: dpa

Helmut Schmidt bei einer Fernseherklärung zur Entführung von Arbeitgeberpräsident Schleyer. Bildrechte: dpa

"Schmidt for Beginners" episode 2: The RAF terror was the Chancellor’s greatest political test

Hamburg, 18. December 2019. One of Schmidt’s greatest political tests was the terrorist campaign by the Red Army Fraction (RAF). Already when Peter Lorenz, the top CDU candidate for upcoming local elections in Berlin, was kidnapped on 27 February 1975, Schmidt had argued against giving in to the blackmail attempt by the terrorist “2 June Movement” and releasing six of their members from prison. In the end, suffering from a viral infection and a strong fever, he conceded. Lorenz was released.

In retrospect, Schmidt called this prisoner exchange a capital mistake. He vigorously argued that the state should not allow itself to be blackmailed. He stuck to this hard line even as terrorist campaigns escalated in the following years. After the abduction of the President of the Confederation of German Employers' Associations and Chairman of the Federation of German Industries Hanns Martin Schleyer on 5 September 1977 in Cologne, Schmidt consequently refused to release the prominent RAF members around Andreas Baader from the maximum-security prison in Stuttgart Stammheim. When a four-member Palestinian terrorist group then abducted the Lufthansa plane Landshut with 91 passengers on board, this could not deter Schmidt from his intransigence. Shortly after a GSG 9 special unit flown in from Germany stormed the plane and freed the hostages on 18 October, the terrorists detained in Stammheim committed suicide. The following day, the body of Schleyer was found in a car trunk in Alsace, murdered by the RAF in response to the events.

If the liberation of the Landshut hostages had led to any fatalities Schmidt would have been determined to resign. His wife Loki and he had agreed that, in case of a kidnapping, they did not want to be released in exchange for concessions to terrorists. Being this uncompromising against himself and his own family, however, did not make it easier for Schmidt to meet Schleyer's widow. With a heavy heart, he had sacrificed her husband for the reason of the state. The pictures showing Schmidt sitting on the pew beside Waltrude Schleyer and her children during the funeral service leave no doubt about how agitated he was. He had inevitably put the big picture over the life of an individual.

Source: Meik Woyke, Helmut Schmidt. 100 Seiten, Reclam Verlag: Ditzingen 2018.

Find out more about the campaign #HelmutSchmidt101.

Is there something you always wanted to know about Helmut Schmidt? Send us your questions at info@remove-this.helmut-schmidt.de.



#HelmutSchmidt101: Der Verantwortungsethiker

„Schmidt für Einsteiger“ Folge 2: Der Terror der RAF stellte den Bundeskanzler vor seine größte Bewährungsprobe

Hamburg, 18. Dezember 2019. Eine seiner größten politischen Bewährungsproben erlebte Schmidt in der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus der Roten-Armee-Fraktion (RAF). Bereits nach der am 27. Februar 1975 in die Tat umgesetzten Entführung von Peter Lorenz, dem CDU-Spitzenkandidaten für die bevorstehende Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, hatte er sich aus staatspolitischen Erwägungen dagegen ausgesprochen, dem Erpressungsversuch der terroristischen »Bewegung 2. Juni« nachzugeben und sechs von deren Gesinnungsgenossen aus dem Gefängnis freizulassen. Am Ende gab Bundeskanzler Schmidt – unter einer Viruserkrankung mit starkem Fieber leidend – nach. Lorenz kam frei.

Diesen Gefangenenaustausch bezeichnete Schmidt im Nachhinein als kapitalen Fehler. Energisch machte er sich dafür stark, dass sich der Staat nicht erpressen lassen dürfe. An diesem harten Kurs hielt er fest, als der Terrorismus in den folgenden Jahren eskalierte. Nach der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten und Vorsitzenden des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hanns Martin Schleyer, am 5. September 1977 in Köln lehnte es Schmidt als Bundeskanzler folgerichtig ab, der Forderung nach Freilassung der prominenten RAF-Mitglieder um Andreas Baader aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Stuttgart-Stammheim nachzukommen. Auch die parallele Entführung der Lufthansa-Maschine »Landshut« mit 91 Menschen an Bord nach Mogadischu durch eine vierköpfige palästinensische Terroristengruppe konnte Schmidt nicht von dieser Unnachgiebigkeit abbringen. Kurz nach der Erstürmung des Flugzeugs und der Befreiung der Geiseln am 18. Oktober – durch einen Einsatz der aus der Bundesrepublik eingeflogenen Spezialeinheit GSG 9 – töteten sich die inhaftierten Terroristen selbst. Am Folgetag wurde die Leiche des in Reaktion auf die Geschehnisse von der RAF ermordeten Schleyer in einem Autokofferraum im Elsass aufgefunden.

Hätte die Landshut-Befreiung zu Todesopfern geführt, wäre Schmidt zum Rücktritt entschlossen gewesen. Mit seiner Ehefrau hatte der Bundeskanzler einvernehmlich verabredet, sich im Entführungsfall nicht zum Preis von Zugeständnissen an Terroristen freihandeln zu lassen. Kompromisslos gegen sich und die eigene Familie zu sein machte es für Schmidt nicht leichter, der Witwe Schleyers gegenüberzutreten. Er hatte ihren Mann schweren Herzens für die Staatsräson geopfert. Die Bilder, die Schmidt während des Trauergottesdiensts auf der Kirchenbank neben Waltrude Schleyer und ihren Kindern sitzend zeigen, lassen keinen Zweifel daran, wie aufgewühlt er war. Notgedrungen hatte er seiner Überzeugung folgend das Gesamte über das Leben eines Einzelnen gestellt.

Aus: Meik Woyke, Helmut Schmidt. 100 Seiten, Reclam Verlag: Ditzingen 2018.

Hier mehr zur Aktion #HelmutSchmidt101 erfahren.

Gibt es etwas, was Sie schon immer über Helmut Schmidt wissen wollten? Schicken Sie uns Ihre Fragen an info@remove-this.helmut-schmidt.de.

Um unsere Website für Sie optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Einverstanden