Schmidt-Kritiker sagt heute: „Danke Helmut!“

„Danke, Helmut Schmidt!“, sagt Walter Koop (85) aus Hamburg-Altona. Der Ex-Juso kannte Schmidt persönlich und ließ sich jetzt auf einer Messing-Tafel vor dem Michel verewigen.
Foto: © Kaphengst/BKHS

Mit den Tafeln, wie der für Helmut Schmidt, sammelt die Gemeinde Spenden für den Erhalt der Hauptkirche St. Michaelis.
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Gemeinsam mit der Schmidt-Tafel wurden heute drei weitere vor dem Michel verlegt.
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Ex-Juso Walter Koop verewigt sich auf Gedenktafel vor dem Hamburger Michel

„Danke, Helmut Schmidt!“, sagt Walter Koop (85, Foto) aus Hamburg-Altona, der sich gemeinsam mit seiner Frau Margarete auf einer Messing-Tafel vor dem Michel verewigt hat. Die Tafel, mit der die Gemeinde Spenden für den Erhalt der Hauptkirche St. Michaelis sammelt, ziert jetzt den Platz vor dem Hamburger Wahrzeichen. „Ich mache weiter, bis der liebe Gott sagt: Jetzt ist Schluss“, steht unter dem Konterfei des rauchenden Schmidts.

Für Helmut Schmidt soll es ein Geschenk zu seinem 100. Geburtstag sein, mit dem die Spenderinnen und Spender die Lebensleistung des Ex-Bundeskanzlers und Hamburger Ehrenbürgers würdigen. Für Margarete und Walter Koop war es ein Weihnachtsgeschenk ihrer Kinder. Und das nicht ohne Grund. „Ich bin seit 60 Jahren SPD-Mitglied“, erzählt Walter Koop. An die lebhaften Auseinandersetzungen mit dem jungen Bundestagsabgeordneten Helmut Schmidt kann er sich noch sehr gut erinnern.

Koop war Anfang der 60er Jahre im Vorstand der Jusos engagiert und Vorsitzender der „Sozialistischen Jugend – Die Falken“ in Hamburg-Eimsbüttel. Als Schmidt im Oktober 1958 an einer Wehrübung der frisch gegründeten Bundeswehr in Rendsburg teilnahm, hagelte es heftige Proteste in der SPD. Noch während der Übung wurde er von den Genossinnen und Genossen aus dem Vorstand der Bundestagsfraktion ausgeschlossen. Kritiker wie der Juso Walter Koop warfen ihm vor, er sei ein Militarist. „Da sind wir heftig mit ihm quer gegangen“, erinnert er sich.

Mit kritischer Distanz habe er den Karriereweg Helmut Schmidts gedanklich begleitet, schließlich sei ihm der Genosse Helmut sehr ans Herz gewachsen: „Er war ein Macher, der im richtigen Moment klare Entscheidungen getroffen hat“. Die Sturmflut 1962 oder auch das Geiseldrama in Mogadischu, „das waren große Aktionen. Das hat mich sehr berührt. Alle Achtung gilt seiner Person“, stellt Koop fest - und er zeigt nicht ohne Stolz auf die Gravur mit seinem Namen und dem seiner Frau.

Mit den Unterschriften von 71 weiteren Schmidt-Fans findet die Gedenktafel nun ihren Platz genau an der Stelle, an der im November 2015 Staatsoberhäupter und Weggefährten aus aller Welt beim großen Zapfenstreich Abschied von Helmut Schmidt nahmen.

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