Objekt der Woche: Die Wandteller

(c) Loki Schmidt Stiftung

„Loki Schmidt – Aus Liebe zur Natur“ heißt eine Serie von Wandtellern, die die leidenschaftliche Naturschützerin und Frau von Bundeskanzler Helmut Schmidt in Kooperation mit einem Porzellan-Hersteller in limitierter Auflage 1978 herausbrachte, um eine Anschubfinanzierung für ihre Stiftung zu erwirtschaften.

Das war Ende der Siebziger Jahre. Loki Schmidt war damals viel mehr als die Kanzlergattin auf dem roten Teppich.  Zu der Zeit beschäftige die engagierte Botanikerin sich damit, ihr 1976 gegründetes Kuratorium zum Schutz gefährdeter Pflanzen in eine Stiftung zu überführen und brauchte Stiftungskapital. Sie bat Philipp Rosenthal um Hilfe, und es entstand die Serie signierter Wandteller nach eigenen handgezeichneten Vorlagen. Die 21 Zentimeter hohen Teller sind im Privathaus der Schmidts heute noch zu finden. Die Nr. 1 zeigt die gelbe Aurikel. Auf der Rückseite steht:  „Aus Liebe zur Natur“ Eine Teller-Serie von Classic Rose Collection zum Schutze unserer seltenen Pflanzen. Dekor-Entwurf: Loki Schmidt 1978, Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen, Nr. 1 Aurikel – primula auricula. Eine Gebirgsprimel, die in Felsspalten, auf steinigem Grund, gelegentlich auch auf Moorwiesen zu finden ist.

Wie Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung Naturschutz, erzählt, seien die Wandteller damals eine erste wichtige Einnahmequelle gewesen. „Sie  waren begehrte Sammlerobjekte, hingen bei vielen Menschen zuhause und haben die junge Stiftung damals finanziell in Schwung gebracht.“ Die Originalzeichnungen schmücken heute den Flur der Geschäftsstelle im Steintorweg in Hamburg.

Seit 1979 kürt die Loki Schmidt Stiftung eine Blume des Jahres. Die erste war der Lungen-Enzian, die aktuelle für 2018 der „Langblättrige Ehrenpreis“. Solange Loki Schmidt lebte, fertigte sie auch hierfür eigene Pflanzenzeichnungen an. Ganz im Sinne der Pionierin für den Naturschutz – die sich bereits vehement für das Thema einsetzte, als es noch nicht en vogue war und eine grüne Partei in der politischen Landschaft noch fehlte – organisiert die Stiftung seit 2011 Hamburgs größtes Natur-Event, den „Langen Tag der StadtNatur“.  Am 16. und  17. Juni 2018 ist es wieder soweit.  „36 Stunden mit rund 200 erlebnisbetonten Aktivitäten zu Wasser und an Land“, schreibt die Stiftung auf der dazugehörigen Webseite, wo man sich für alle Angebote online anmelden kann. Natur zum Selbsterleben mitten in der Stadt. Die Arbeit der Loki Schmidt Stiftung wird zum großen Teil durch Spenden finanziert. Um diese und die vielen weiteren Initiativen umsetzen zu können, freut sie sich immer über Unterstützung.
 
Loki Schmidt Stiftung
Langer Tag der StadtNatur

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