Grafik mit Formen und Aufschrift: Konferenz Demokratie stärken

„Demokratie stärken – Resilienz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

Wie lässt sich Demokratie in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche, wachsender Polarisierung und globaler Krisen nachhaltig stärken? Welche Rolle spielen Bildung, Kultur und zivilgesellschaftliches Engagement dabei, demokratische Resilienz zu fördern?  

Diesen Fragen widmet sich die Konferenz „Demokratie stärken – Resilienz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe”, die gemeinsam von der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg am 15. und 16. Oktober 2026 ausgerichtet wird.

Im Mittelpunkt steht eine gesamtgesellschaftliche Perspektive auf Resilienz, die mehr umfasst als die Widerstandsfähigkeit von politischen Institutionen. Erst im Zusammenspiel mit einer engagierten Zivilgesellschaft und individuellen Kompetenzen kann Demokratie gestärkt und zukunftsfähig werden. Dabei nehmen Bildungs- und Kultureinrichtungen, Stiftungen und Vereine Schlüsselrolle ein: Sie schaffen Räume für Dialog, fördern demokratische Kompetenzen und befähigen zur gesellschaftlichen Teilhabe und Mitgestaltung.  

Die Konferenz stellt ausgewählte Praxisformate und Ansätze zur Förderung von demokratischer Resilienz vor und lädt zu Austausch und Vernetzung ein.  

Die Konferenz „Demokratie stärken – Resilienz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ wird von der Böttcher-Stiftung gefördert.  

Anmeldung


PDF-Konferenzprogramm
 

KONFERENZPROGRAMM:

Donnerstag, 15.10.2026

Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, Helmut-Schmidt-Forum
Kattrepel 10, 20095 Hamburg

Ab 12:30 Uhr Ankommen und Check-in

13:00 – 13:15 Uhr Welcome und Einführung
Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung (BKHS)

13:15 – 13:35 Uhr Keynote „Simple Rules for a Complex World?“ 
Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der Helmut Schmidt Universität/Universität der Bundeswehr (HSU)

13:35 – 14:00 Uhr Impuls „Fitness für die Demokratie: Wie wir Resilienz trainieren können”
Alisa Rieth, Referentin „Wissenstransfer Frieden und Sicherheit” der BKHS, und Merle Strunk, Referentin „Bildung und Vermittlung” der BKHS
Der Impuls gibt einen Einblick in das Projekt „Demokratie Gym“ der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass demokratische Kompetenzen wie ein Muskel trainiert werden können. Der Vortrag hebt insbesondere die Chancen für eine resiliente Demokratie hervor, die in der Jugendbildung liegen.

14:00 – 14:15 Uhr Pause

14:15 – 16:00 Uhr Workshops zur Auswahl

a.    Workshop „Unlock Europe - Serious Games für die Demokratiebildung“
Alisa Rieth und Merle Strunk, BKHS
Im Workshop wird „Unlock Europe – Das Escape Game zu Frieden und Sicherheit in Europa“ als Format der Demokratie- und Jugendbildung vorgestellt, das die Vermittlung von Grundlagenwissen über europäische Sicherheitspolitik mit praktischen Demokratiekompetenzen verbindet. Im interaktiven Setting müssen die Teilnehmenden mit Unsicherheiten, konkurrierenden Interessen und politischen Dilemmata umgehen, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Anschließend wird reflektiert, inwiefern spielerische Formate wie Escape Games demokratische Resilienz fördern können.

b.    Workshop „Delegitimierung der Zivilgesellschaft: Konfliktlinien, Narrative, Gegen-Narrative“ 
Dr. Sascha Nicke, Maecenata Stiftung
Der Workshop thematisiert die gegen die Zivilgesellschaft gerichtete Delegiti-mierungskampagne und zeigt auf, wie darin sprachlich, politisch und strategisch vorgegangen wird. Anhand von Beispielen konkreter Reaktionen von zivilgesell-schaftlichen Organisationen auf die Angriffe wird im Anschluss die Grundlage geschaffen, um zusammen Antworten und Gegen-Narrative zu analysieren sowie für die Teilnehmende praxistaugliche Handlungsoptionen zu identifizieren. Der Workshop verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden und versucht, zusammen konkrete Handlungsmöglichkeiten zur Stärkung der Resilienz der Organisationen zu entwickeln.

c.    Workshop „Gestrandet auf Utøpiå: Was wäre, wenn…?“
Alexander Sängerlaub, futur eins
In dieser Demokratiesimulation spielen Sie die Hauptrolle. Auf der Insel Utøpiå gestrandet, müssen Sie gemeinsam entscheiden, wie Sie zusammenleben wollen: Wer trifft Entscheidungen? Nach welchen Regeln? Wie verteilen Sie Ressourcen, Ver-antwortung und Macht? Im anschließenden Gespräch schauen wir auf Ihre Erfahrungen und fragen, was sie über Konflikte, Teilhabe und die Resilienz unserer Demokratie verraten.

16:00 – 16:15 Uhr Pause

16:15 – 16:45 Uhr Junge Perspektiven auf Resilienz und Demokratie
Ausgearbeitet vom BKHS Young Committee
Das BKHS Young Committee ist ein Zusammenschluss von zehn Schüler*innen aus Hamburg und Umgebung. Initiiert und begleitet von zwei Referentinnen der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, hat sich die Gruppe mehrfach im Vorfeld der Konferenz getroffen, um über politische Themen und aktuelle Herausforderungen für unsere Demokratie zu diskutieren und die Perspektiven junger Menschen sichtbar zu machen. Die Mitglieder des BKHS Young Committee präsentieren die Themen, die aus ihrer Sicht eine wesentliche Rolle für eine resiliente Demokratie spielen.

17:00 Uhr Bustransfer 
Transfer von der BKHS zum Böttcherhof für die Abendveranstaltung „Zur kritischen Infrastruktur von Demokratie“

 

18:00 Uhr Veranstaltung „Zur kritischen Infrastruktur von Demokratie“

Böttcherhof Hamburg / Best Western Plus Hotel
Wöhlerstraße 2, 22113 Hamburg

Keynote „Was macht Demokratie wehrhaft?“
Prof. Dr. Jan-Werner Müller, Princeton University

Anschließende Panel-Diskussion 
•    Prof. Dr. Jan-Werner Müller (Princeton University)
•    Prof. Dr. habil. Gerhard Schreiber (Helmut-Schmidt-Universität)
•    Dr. Julia Reuschenbach (Universität Hamburg)

Moderation: N.N.


Freitag, 16.10.2026 
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg

Ab 08:30 Uhr Ankommen und Check-in

09:00 – 09:30 Uhr Keynote „Bullshit als Strategie. Informationsvergiftung als Heraus-forderung demokratischer Öffentlichkeit“
Prof. Dr. habil. Gerhard Schreiber, Lehrstuhl für Evangelische Theologie an der HSU
Der Vortrag untersucht Bullshit als Strategie öffentlicher Kommunikation und fragt, was der Begriff gegenüber Fake News und Desinformation zusätzlich erfasst. Ausgangspunkt ist die von der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands (APPD) Mitte der 1990er-Jahre als „Informationsvergiftung“ bezeichnete Medienpraxis. Im Anschluss an Harry G. Frankfurt geht es um die Frage, wie bullshithafte Kommunikation gemeinsame Wirklichkeitsbezüge und demokratische Urteilsbildung unter Druck setzen kann – und welche Gegenstrategien die Resilienz demokratischer Öffentlichkeit stärken können.

09:30 – 12:00 Uhr „CONVERGENCE - Globale Krisen, lokale Handlungsfähigkeit“
Parallele Spielsessions, unter Anleitung des Democratic Resilience Center
CONVERGENCE ist ein interaktives Wargame zur gesamtstaatlichen und gesellschaftlichen Handlungsfähigkeit in sicherheitspolitischen Krisen. Ausgangspunkt ist eine internationale Krisenlage, deren Auswirkungen sich über die nationale und regionale bis auf die lokale Ebene verdichten. Die Teilnehmenden übernehmen Rollen aus Politik, Verwaltung, Sicherheits-organisationen, Wirtschaft und kritischer Infrastruktur. In mehreren Spielrunden entwickeln sie eigene Handlungsoptionen, stimmen sich mit anderen Akteuren ab und priorisieren den Einsatz begrenzter Ressourcen. Dabei stehen vier Dimensionen im Mittelpunkt: Steuerung und Entscheidung, operative Leistungsfähigkeit, Information und Koordination sowie Legitimität und Akzeptanz. Die Lage wird durch die Entscheidungen der Spielenden sowie durch externe Ereignisse kontinuierlich fortgeschrieben. Auf diese Weise werden Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Handlungsebenen, institutionelle Abhängigkeiten, Zielkonflikte und Koordinationsbedarfe sichtbar. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie staatliche und gesell-schaftliche Handlungsfähigkeit unter zunehmendem und gleichzeitigem Belastungsdruck erhalten werden kann.

12:00 – 13:00 Uhr Lunch

13:00 – 13:30 Uhr Keynote „Digitale Sattelzeit. Warum die Verteidigung der Demokratie ihre Resilienz schwächen kann“
Prof. Dr. Gary S. Schaal, Lehrstuhl für Politische Theorie an der HSU
Demokratien stehen unter einem Bedrohungsdruck, der sich nicht mehr an klassischen Kategorien von Krieg und Frieden orientiert: hybride Angriffe, algorithmisch geformte Öffent-lichkeiten, eine KI-getriebene Verschiebung dessen, was als Wirklichkeit gilt. Der Vortrag stellt die Arbeit des Democratic Resilience Centre der Helmut-Schmidt-Universität vor – zwischen demokratietheoretischer Grundlagenforschung und angewandter Resilienzarbeit – und fragt, was gesellschaftliche Resilienz unter diesen Bedingungen leisten kann und wo der Begriff an seine Grenzen stößt.

13:30 – 14:00 Uhr Security Slam „German Strategic Culture: Protecting the Border, Defending the Order?“
Dr. phil. Charalampos Babis Karpouchtsis, Principal Investigator am Democratic Resilience Center der HSU
Der erste Security Slam Deutschlands wurde von der Deutschen Atlantischen Gesellschaft organisiert und fand 2026 in Berlin statt. Ein Security Slam ist ein Wettbewerb, bei dem Forscher*innen in kurzen, prägnanten und unterhaltsamen Beiträgen ihre aktuelle Forschung oder Forschungsergebnisse zu sicherheitspolitischen Themen präsentieren. Das Ziel ist es, das breite Spektrum sicherheitspolitischer Themen anhand aktueller Forschung zu beleuchten. Karpouchtsis wird die gewinnende Präsentation von 2026 halten. Nach dem Vortrag wird er mehr zum Format erzählen und seine Erfahrung teilen.

14:00 – 15:00 Uhr Abschlussgespräch: „Demokratie stärken - Resilienz als gesamtgesell-schaftliche Aufgabe“ 
Dr. Meik Woyke (BKHS) und Prof. Dr. Klaus Beckmann (HSU) im Gespräch mit den Konferenzteilnehmenden
Im abschließenden Gespräch wird die wichtige Rolle einer engagierten Zivilgesellschaft für eine resiliente Demokratie reflektiert. Wie kann der Beitrag von Bildungs- und Kultur-einrichtungen, Stiftungen und Vereine bewahrt und weiter gestärkt werden? Wie kann das Zusammenspiel von Zivilgesellschaft, Institutionen und staatlichen Strukturen zukunftsfähig gestaltet werden? Und welche Herausforderungen gibt es?

15:00 Uhr Ende