Am 9. Mai wird europaweit Einigkeit und Vielfalt gefeiert. Der Europatag erinnert an die sogenannte Schuman-Erklärung von 1950, mit der der Grundstein für die heutige Europäische Union gelegt wurde. Gemeinsam mit dem 5. Mai, dem Gründungstag des Europarats, bilden diese Daten den Ursprung der Europawochen, die jedes Jahr im Frühjahr in ganz Europa stattfinden, auch in Hamburg. Die Hansestadt versteht sich traditionell als europäische Stadt. Als Welthafen ist sie seit jeher eng mit ihren Nachbarn verbunden – politisch, wirtschaftlich und kulturell.
Diese europäische Ausrichtung ist sogar in der Präambel der Hamburgischen Verfassung verankert:
„Die Freie und Hansestadt Hamburg hat als Welthafenstadt eine ihr durch Geschichte und Lage zugewiesene besondere Aufgabe […]. Sie will im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein. Sie fördert ein geeintes Europa und leistet ihren Beitrag zu einer Europäischen Union, die demokratischen, rechtsstaatlichen, sozialen und föderativen Grundsätzen sowie dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet ist.“
Demnach sieht sich Hamburg als Mittlerin zwischen den Völkern und bekennt sich klar zu einem geeinten Europa. Die europäische Integration hat Hamburg in vielerlei Hinsicht gestärkt. Der gemeinsame Binnenmarkt, der Abbau von Handelshemmnissen und die Einführung des Euro haben wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Gleichzeitig profitiert die Stadt auch ganz konkret von EU-Fördermitteln: Für den Zeitraum 2021 bis 2027 stehen Hamburg rund 1,37 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Senatskanzlei nutzt EU-Förderung aktiv, beteiligt sich an europäischen Projekten und entwickelt eigene Initiativen in Hamburg. Diese Projekte zielen darauf ab, die Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln und die Lebensqualität der Hamburger*innen zu verbessern. Gefördert werden unter anderem Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Innovation.
RescueME – Klimaschutz auf Neuwerk
Die Hamburger Insel Neuwerk im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer steht im Mittelpunkt dieses Projekts. Sie ist wie viele Naturlandschaften nicht vor den Auswirkungen des Klimawandels gefeit. Mit rund 100.000 Besucher*innen jährlich ist das UNESCO-Biosphärenreservat besonders gefordert, Natur und Nutzung in Einklang zu bringen. Das EU-Projekt RescueME ist darauf ausgerichtet, Natur- und Kulturerbe vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Auf Neuwerk werden gemeinsam mit Partnern aus ganz Europa und der lokalen Bevölkerung Strategien entwickelt, um die Insel widerstandsfähiger gegenüber Extremwetter, steigenden Wasserständen und anderen Risiken zu machen. Neuwerk dient dabei als Modellregion, in der konkrete Maßnahmen erprobt und weiterentwickelt werden.
EU-Projekt DECISO – Nutzung der Ressourcen
Als stark verdichteter urbaner Raum steht die Stadt Hamburg vor der Herausforderung, Ressourcen effizient zu nutzen und nach den Prinzipien der Zirkularität zu handeln. Zahlreiche Branchen und Bereiche bieten Potenzial für Kreislaufwirtschaft – vom Baugewerbe über Wassermanagement und Abfallwirtschaft bis hin zur Lebensmittelbranche, von Start-ups bis zur Großindustrie. Doch eine gemeinsame Herausforderung bleibt die Finanzierung. Hier setzte DECISO, was für DEvelopers of CIrcular SOlutions steht, an. Als Pilotregion entwickelt die Stadt gemeinsam mit europäischen Partnern neue Ansätze, um nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern und Investitionen zu erleichtern. Langfristig soll durch einen schnellen Übergang zur Kreislaufwirtschaft eine ressourcenschonende und klimafreundliche Stadt Hamburg geschaffen werden.
Mobilitätsprojekt AMIGOS
Das EU-Projekt AMIGOS setzt sich für sichere, umweltfreundliche Mobilität in Städten ein. In Hamburg liegt ein Schwerpunkt auf Schulwegen: Gemeinsam mit Schulen, Eltern und Kindern werden Maßnahmen entwickelt, um den Verkehr sicherer zu gestalten und die eigenständige Mobilität von Kindern zu stärken. Konkret wurden in Hamburg-Bergedorf Schulwegpläne für sicherere Schulwege erstellt. Auch in Eimsbüttel wurden Maßnahmen entwickelt, umgesetzt und evaluiert, um Konfliktsituationen zwischen Fußgänger*innen, Radfahrenden sowie dem Autoverkehr, insbesondere durch Hol- und Bring-Verkehr im Schulumfeld, zu entschärfen. Neben solchen Maßnahmen sind auch autofreie Straßenabschnitte vor Schulen geplant.
Diese Beispiele zeigen: Europa ist in Hamburg nicht abstrakt, sondern konkret erlebbar. Unter dem Motto „Europa – Gemeinsam auf Kurs“ zeigt das diesjährige Europawochen-Programm Hamburgs, wie vielfältig und lebendig Europa in Hamburg wirkt. Es macht sichtbar, auf welchen Wegen die Europäische Union das Leben in der Stadt prägt und wie gemeinsames Engagement über Grenzen hinweg entsteht. Auch die BKHS beteiligt sich am Programm der Europawochen, zum Beispiel mit Führungen zu Helmut Schmidt und Europa oder auch mit unserem interaktiven Escape Game zu Frieden und Sicherheit in Europa. Hier finden Sie unser ganzes Angebot.
Um herauszufinden, wo sonst noch Europa in Hamburg steckt, können Sie diese Übersichtskarte des Info-Point Europa nutzen.

