Demokratie betrifft uns alle, Demokratie lebt vom Mitmachen und Demokratie ist mehr als das, was von Politiker*innen in Parlamenten besprochen wird. Demokratie ist überall! Mit unserer Veranstaltungsreihe „Schaufenster Demokratie“ wollen wir genau das näher beleuchten und einen Blick in den Maschinenraum der Demokratie werfen.
Mit unseren Gästen sprechen wir darüber, wo Demokratie uns im eigenen Alltag begegnet und wie wir uns alle für eine lebendige Demokratie engagieren können. Im Zentrum soll die Frage stehen, welche neuen Antworten die Demokratie auf drängende Herausforderungen braucht – etwa auf die wachsende soziale Ungleichheit oder den Vertrauensverlust in politische Akteure und Prozesse. Gemeinsam suchen wir nach Wegen, Demokratie mitzugestalten und damit langfristig zu stärken.
Donnerstag, 21. Mai 2026, 18 Uhr
In Bewegung: Wie Protest Gesellschaft verändert
Schulstreiks gegen den Wehrdienst, Demonstrationen gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und Proteste für einen besseren Schutz vor digitaler Gewalt – das aktuelle Protestgeschehen ist vielfältig. Auch die Geschichte der Demokratie in Deutschland wurde immer wieder geprägt von Protesten, beispielsweise die Frauenrechts- oder Umweltbewegung. Proteste waren und sind ein zentrales Element demokratischer Teilhabe.
Doch wer sind die Menschen, die auf die Straße gehen und warum? Wer verschaffte sich in der Vergangenheit mit welchen Mitteln Gehör? Wie wurde über Proteste berichtet und wie werden sie heute wahrgenommen? Und was können sie bewirken – gesellschaftlich, aber auch auf einer ganz persönlichen Ebene?
Darüber möchten wir mit Expert*innen aus der Protestforschung und Demokratiegeschichte und dem Publikum sprechen.
Es diskutieren:
- Dr. Nina-Kathrin Wienkoop, Politikwissenschaftlerin und Ethnologin sowie Wissenschaftlerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und Vorstandsmitglied am Institut für Protest- und Bewegungsforschung
- Dr. Dennis Riffel, Historiker und Fachgruppenleiter für Geschichtsvermittlung und Demokratiereflexion in der Geschäftsstelle von Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.
Moderiert wird die Veranstaltung von Merle Strunk (BKHS) und Alisa Rieth (BKHS).
Vergangene Veranstaltungen unserer Reihe „Schaufenster Demokratie”:
Mittwoch, 18. März 2026, 18 Uhr:
Game Changer – Demokratiegeschichte spielend verstehen
Mit Expert*innen aus der Gaming-Branche sprechen wir über das demokratische Potenzial von Spielen. Games schaffen neue Räume für Gemeinschaft und Dialog, bieten aber auch Chancen für die Demokratiebildung. Besonders Spiele mit historischem Setting regen an, über demokratische Werte zu diskutieren.
Es diskutieren:
- Martin Dietrich, Gaming-Experte und freier Journalist, arbeitet für ZDF, „GameStar“ und die Bundeszentrale für politische Bildung
- Sebastian Tyzak, Journalist und Experte für digitale Kultur, arbeitete lange für „Game Two“
- Dr. Martin Thiele-Schwez, Game Designer und Geschäftsführer von Playing History, einer Produktionsfirma für Spiele mit historischen, politischen und wissenschaftlichen Inhalten
Moderiert wird die Veranstaltung von Merle Strunk (BKHS) und Alisa Rieth (BKHS).
Mehr zum Thema auch im aktuellen Schmidtletter „Zocken für die Demokratie" von Alisa Rieth.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des ersten bundesweiten Tags der Demokratiegeschichte statt, der an die wechselvolle Geschichte der deutschen Demokratie erinnert.
Donnerstag, 4. Dezember 2025, 18 Uhr:
Update für die Demokratie?
Zwischen Pragmatismus und Prinzipien – von Helmut Schmidt bis heute
Für Helmut Schmidt war der Kompromiss die Lebensader der Demokratie – ohne Kompromissfähigkeit kein demokratisches Miteinander. Heute ist jedoch häufig die Rede vom „faulen Kompromiss“. Politische Parteien, aber auch Positionen in der Gesellschaft scheinen sich immer unversöhnlicher gegenüberzustehen.
2008 sagte Schmidt in einem Interview mit der Zeit: „Das Schneckentempo ist das normale Tempo von Demokratie“. Aber was bedeutet das angesichts von sich zuspitzenden Herausforderungen wie Klimawandel, Wohnungsnot oder akuten Krisen wie Pandemien und wirtschaftlichen Schocks? Können wir uns das Schneckentempo heute noch leisten? Und was bedeutet die Aussage Schmidts „Wer nicht redet, wird nicht gehört“ im Hinblick auf eine Gesellschaft, die weniger miteinander als vielmehr in Gesprächsblasen diskutiert? Wer hat Raum zu sprechen, wie können wir besser hinhören und marginalisierten Stimmen Gehör verschaffen?
Wir starten die Veranstaltungsreihe mit einem vielfältigen Blick auf unseren Namensgeber Helmut Schmidt und sein Verständnis von Demokratie. Ausgehend von verschiedenen Perspektiven möchten wir mit unseren Gästen darüber sprechen, welche Haltungen und Aussagen Schmidts rund um die Demokratie heute noch Bestand haben. Welche Themen und Debatten prägen unser demokratisches Miteinander bis heute? Und wo braucht es ein Update, weil sich Zeiten geändert, Herausforderungen zugespitzt und neue Probleme entwickelt haben?



