Der Bangsamoro-Aktionsplan für Jugend, Frieden und Sicherheit (BAPYPS) ist mehr als nur ein politisches Programm. Er gibt der autonomen Region Bangsamoro im Süden der Philippinen Hoffnung, denn er ist ein Leitfaden, nach dem Jugendliche, Älteste und Führungskräfte gemeinsam daran arbeiten, Spaltungen zu überwinden, den Frieden zu sichern und generationenübergreifenden Wohlstand zu schaffen. Die Anpassung der globalen YPS-Agenda an die lokalen und politischen Gegebenheiten durch den BAPYPS bietet wichtige Erkenntnisse für andere Kontexte.
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Der Originaltext wurde auf Englisch verfasst.
1. Von einer regionalen Debatte zu einer lokalen Vereinbarung
Die globale Agenda „Jugend, Frieden und Sicherheit“ (YPS) – entstanden aus jugendgeführten Initiativen und in der Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrats (UNSCR) verankert – bekräftigt eine einfache Wahrheit: Junge Menschen sind nicht nur von Konflikten betroffen; sie sind unverzichtbare Akteure bei der Konfliktprävention und der Friedenskonsolidierung.
In Südostasien hat diese Botschaft unterschiedliche Resonanz gefunden. Jugendaktivismus ist in der gesamten Region lebendig und einfallsreich, von Bürgerbewegungen bis hin zu Mediationsbemühungen auf Gemeindeebene. Dennoch bleiben die institutionellen Wege für Jugendliche, Frieden und Sicherheit sinnvoll mitzugestalten, begrenzt, was zu einem von Analysten beschriebenen Paradoxon führt: Sichtbarkeit der Jugend ohne Autorität der Jugend (Yague & Berents, 2025).
Es ist auch erwähnenswert, dass junge Menschen zwar rhetorisch gefeiert werden, formale Mechanismen für ein nachhaltiges Engagement der Jugend und die Lokalisierung – wie die Verabschiedung nationaler Aktionspläne (NAPs) und die Einbindung von Jugend- und Friedenspolitik in die Basisgemeinschaften durch die Unterstützung von jugendgeführten Organisationen – jedoch oft fehlen – eine Einschränkung, die die Resilienz in fragilen Kontexten schwächt.
Die Philippinen haben auf diese Realität mit einem nationalen Rechtsrahmen reagiert: dem philippinischen Nationalen Aktionsplan für Jugend und Friedenssicherung (2023–2033), einem von Jugendlichen geleiteten Konzept unter Einbeziehung verschiedener Interessengruppen, das darauf abzielt, die Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrats in nationale Politik und Programme umzusetzen (OPAPRU, 2022). Dies ist ein wichtiger Meilenstein, da damit anerkannt wird, dass junge Menschen in jeder Phase der Friedensarbeit, von der Prävention bis zur Wiedereingliederung, als Partner einbezogen werden müssen.
Dennoch weist innerhalb des Archipels insbesondere Mindanao – und vor allem Bangsamoro – eine eigenständige Kombination aus Geschichte, Institutionen und Verwundbarkeiten auf, die eine lokale Antwort erforderlich machte. Die Autonomie im Rahmen der politischen Regelung von Bangsamoro, das Erbe der Belagerung von Marawi, anhaltende Clan-Konflikte (Rido) sowie besondere sozioökonomische Gegebenheiten machten sowohl jungen Menschen als auch lokalen Führungspersonen deutlich, dass ein einheitlicher nationaler Aktionsplan (NAP) nicht ausreichen würde, um die sinnvolle Einbindung der Jugend in Friedens- und Sicherheitsbemühungen zu gewährleisten.
Daher war die Lokalisierung von YPS von entscheidender Bedeutung: Sie war nicht nur organisatorischer Natur, sondern ein Akt politischer und sozialer Notwendigkeit. Der Bangsamoro-Aktionsplan für Jugend, Frieden und Sicherheit (BAPYPS) 2023–2028 ist die Antwort der Region – ein gemeinsam mit jungen Menschen erarbeitetes Dokument, das auf die Governance-Strukturen und das soziale Gefüge von Bangsamoro zugeschnitten ist. Dieser Artikel argumentiert, dass die wirksame Umsetzung der YPS-Agenda davon abhängt, wie gut sie an lokale politische und soziale Realitäten angepasst ist. Die Erfahrungen aus Bangsamoro zeigen, dass der Kontext entscheidend ist.
2. BAPYPS: Überbrückung der Lücke zwischen Politik und gelebten Realitäten
Wenn man in einem Lager für Vertriebene steht, wirkt die Sprache politischer Maßnahmen fern der Realität. Sicherheit misst man nicht am Titel eines Plans, sondern daran, ob die eigenen Kinder etwas zu essen haben, ein Dach über dem Kopf oder ein Klassenzimmer. Durch meine Erfahrungen als Binnenvertriebener während des Höhepunkts des Krieges zwischen der Moro Rebellengruppe und den Streitkräften der Philippinen in den Jahren 2007 bis 2008 habe ich gelernt, wie stark Politik und Praxis auseinandergehen und wie gefährlich diese Lücke sein kann. Ich habe aus erster Hand gesehen, wie staatliche Zusagen zum Schutz von Zivilpersonen, zur humanitären Hilfe und zu Friedensprozessen die betroffenen Gemeinschaften vor Ort oft nicht erreichten. Politische Versprechen von Sicherheit, Zugang zu grundlegenden Leistungen und Achtung der Menschenrechte existierten auf dem Papier, doch in Evakuierungszentren litten Familien unter Hunger, Unsicherheit und Ungewissheit. Die Versprechen von Friedensverhandlungen boten Kindern und Jugendlichen kaum Schutz vor Traumata und konnten auch nicht verhindern, dass ganze Dörfer über Nacht entwurzelt wurden.
Der BAPYPS ist von Bedeutung, weil er die Lücke zwischen politischen Verpflichtungen und den gelebten Realitäten junger Menschen in konfliktbetroffenen Gemeinschaften direkt anspricht. Verankert in den fünf Säulen der globalen YPS Agenda Teilnahme, Schutz, Prävention, Partnerschaft sowie Ausstieg und Wiedereingliederung übernimmt der Plan nicht einfach internationale Formulierungen. Stattdessen interpretiert er diese Säulen im Kontext der politischen Geschichte Bangsamoros, seiner sozialen Strukturen und alltäglichen Unsicherheiten neu.
Die Maßnahmen des BAPYPS reagieren unmittelbar auf die Anliegen junger Menschen aus den fünf Provinzen, die die Bangsamoro Region bilden: Basilan, Lanao del Sur, Maguindanao, Sulu, Tawi Tawi sowie die besonderen geografischen Gebiete von Nord Cotabato. Diese Lokalisierung ist nicht nur symbolisch. Sie verleiht dem Plan moralische Legitimität unter Jugendlichen, die sich häufig von formalen politischen Prozessen ausgeschlossen fühlen, und erleichtert zugleich die Umsetzung durch lokale Institutionen, die politische Vorgaben in die Praxis übertragen müssen.
Der Konsultationsprozess, der den BAPYPS geprägt hat, war umfassend und keineswegs oberflächlich. Tausende junge Menschen wurden gemeinsam mit Gemeindeleitungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Stellen in der gesamten Region einbezogen. Diese Breite war entscheidend, da sie die vielfältigen und zugleich miteinander verknüpften Unsicherheiten sichtbar machte, mit denen junge Menschen in Bangsamoro konfrontiert sind. Ihre Erfahrungen aus dem Alltag flossen direkt in die Prioritäten des Plans ein. Auf diese Weise geht der BAPYPS über abstrakte Konzepte hinaus und verwandelt die Stimmen junger Menschen in politische Leitlinien und diese wiederum in lokal bedeutsames Handeln.
3. Wie lokale Geschichten den Plan geprägt haben
Abstrakte politische Prioritäten werden erst greifbar, wenn sie mit menschlichen Stimmen verbunden sind. Einige Beispiele aus den Konsultationsunterlagen und provinziellen Politikpapieren verdeutlichen die Lebensrealitäten junger Menschen in der Bangsamoro Region, auf denen der BAPYPS aufbaut.
In Basilan bemerkte eine junge Frau: „Wir brauchen eine Schule mit stabiler Internetverbindung. Ohne sie sind wir unsichtbar.“ Dieses Anliegen bildete die Grundlage für eine Teilmaßnahme des BAPYPS zur Verbesserung der Konnektivität und zur Förderung gerechter Bildung in abgelegenen Barangays oder Dörfern.
Bei einer Anhörung in Lanao del Sur flüsterte ein ehemaliger Schüler aus Marawi: „Manchmal bedeutet Frieden, nicht erklären zu müssen, warum man bei Feuerwerk zusammenzuckt.“ Dieser Moment verdeutlichte die Verpflichtung des Plans zu traumasensibler psychosozialer Unterstützung und gemeinschaftlicher Heilung.
In Maguindanao sagte ein junger Mann, dessen Familie wiederholt unter Rido oder Clanfehden gelitten hatte, also anhaltenden Zyklen von Gewalt und Vergeltung zwischen Familien: „Ich möchte Land erben, nicht Streit.“ Seine Worte unterstrichen die Dringlichkeit jugendgeführter und kulturell verankerter Mechanismen zur Konfliktvermittlung.
Diese Beispiele bilden die evidenzbasierte Grundlage des BAPYPS. Sie erinnern daran, dass Politik im besten Fall ein formaler Ausdruck dessen ist, was Gemeinschaften für ein Leben in Würde als notwendig erachten.
4. Der generationenübergreifende Gesellschaftsvertrag
In vielen Kontexten der Friedensförderung, auch in Bangsamoro, wurde die Beteiligung von Jugendlichen lange durch eine generationelle Trennung geprägt: Ältere gelten als Träger von Autorität und Tradition, während junge Menschen vor allem mit Frustration und Risiko assoziiert werden. Diese Sichtweise hat die Rolle von Jugendlichen häufig auf konsultative oder symbolische Beteiligung beschränkt, anstatt sie als Partner in politischen Gestaltungsprozessen anzuerkennen.
Ein struktureller Grund für die seltene generationenübergreifende Zusammenarbeit liegt darin, dass Entscheidungsräume oft hierarchisch, altersbasiert und risikoscheu sind. Ältere befürchten mitunter, dass eine Öffnung dieser Räume kulturelle Autorität oder sozialen Zusammenhalt schwächen könnte, während Institutionen Jugendbeteiligung als unvorhersehbar oder unerfahren wahrnehmen. Gleichzeitig stehen junge Menschen formalen Prozessen oft skeptisch gegenüber, da sie historisch ausgeschlossen wurden oder keine spürbaren Veränderungen brachten. Diese Dynamiken erzeugen gegenseitiges Misstrauen und führen zu parallelen statt kooperativen Ansätzen in der Friedensarbeit.
Die Überwindung dieser Barrieren ist entscheidend für die Weiterentwicklung der YPS Agenda. YPS bedeutet nicht nur, junge Menschen zu stärken, sondern auch, Governance Systeme so zu verändern, dass ihre Perspektiven Entscheidungen über kollektive Sicherheit und gesellschaftliche Stabilität prägen. Ohne generationenübergreifende Zustimmung fehlt jugendgeführten Initiativen oft die Legitimität. Ohne jugendliche Führung droht Friedensarbeit, sich von den Realitäten jener zu lösen, die ihre Folgen tragen werden.
Der BAPYPS begegnet dieser Herausforderung, indem er generationenübergreifende Zusammenarbeit gezielt in seine Steuerungs und Umsetzungsstrukturen integriert. Jugendbeteiligung wird nicht als Zusatz betrachtet, sondern als institutionalisierte gemeinsame Entscheidungsfindung über Generationen hinweg verankert. Die technische Arbeitsgruppe, die die Entwicklung des Plans begleitet hat, brachte junge Führungskräfte in einen kontinuierlichen Dialog mit religiösen Autoritäten, lokalen Regierungsvertretern und Ministerien. Diese Austausche waren nicht symbolisch. Jugendvertreter forderten konkrete und handlungsorientierte Verpflichtungen, Ältere betonten kulturelle Verankerung und langfristigen sozialen Zusammenhalt, und Verwaltungsakteure prüften Umsetzbarkeit und Systemkompatibilität.
Der daraus entstandene Plan spiegelt die produktive Spannung dieser Gespräche wider. Er verbindet unmittelbare jugendgetragene Prioritäten mit Mechanismen, die über politische Zyklen hinaus Bestand haben sollen. Wichtig ist auch, dass die technische Arbeitsgruppe als fortlaufende Struktur bestehen bleibt und nicht nur ein einmaliges Konsultationsgremium war. Sie verkörpert eine institutionalisierte Praxis generationenübergreifenden Vertrauens, die in die Umsetzung hineinwirkt.
Diese Praxis ist aus drei Gründen bedeutsam. Erstens verankert sie jugendliche Führung in gesellschaftlicher Legitimität durch die Verbindung mit anerkannten Gemeinschafts und Institutionsträgern. Zweitens stärkt sie Rechenschaftspflicht durch überlappende familiäre, kulturelle und bürokratische Beziehungen, die im Kontext von Bangsamoro besonders einflussreich sind. Drittens bietet sie ein Gegenmodell zu symbolischer Jugendbeteiligung. Jugendliche kommentieren nicht vorgefertigte Politik, sondern gestalten Entscheidungen über Frieden und Sicherheit aktiv mit. In diesem Sinne liefert die Erfahrung aus Bangsamoro eine übertragbare Lehre für ASEAN und darüber hinaus: Wirksame Umsetzung von YPS erfordert generationenübergreifende Partnerschaft als System, nicht als Geste.
5. Die Antwort des BAPYPS auf vielschichtige Unsicherheiten
Der BAPYPS ist bewusst sektorübergreifend angelegt, da Unsicherheiten junger Menschen vielschichtig und miteinander verknüpft sind. Er reagiert darauf, indem zentrale Säulen der YPS Agenda lokal umgesetzt werden: Prävention, Schutz sowie Ausstieg und Wiedereingliederung.
Prävention zielt darauf ab, strukturelle und soziale Bedingungen zu adressieren, die die Anfälligkeit junger Menschen für Gewalt erhöhen, bevor Schaden entsteht. In Gemeinschaften, in denen wirtschaftliche Not auf politische Unzufriedenheit trifft, kann die Rekrutierung durch gewaltsame Gruppen als tragisch rationale Entscheidung erscheinen. Der BAPYPS setzt daher auf vorausschauende sozioökonomische Maßnahmen, darunter gezielte Unterstützung für gefährdete Jugendliche, Zugang zu technischer und höherer Bildung sowie Initiativen zur digitalen Kompetenz, um Online Radikalisierung entgegenzuwirken. Durch die Bekämpfung von Ursachen statt Symptomen werden Rekrutierungsanreize geschwächt und langfristige Resilienz gestärkt.
Schutz konzentriert sich auf die Wahrung von Rechten, Würde und Sicherheit junger Menschen in Konflikt, Katastrophen und unsicheren Situationen. In Bangsamoro bedeutet dies nicht Militarisierung, sondern alltägliche Sicherheit: dass Jugendliche ohne Angst zur Schule gehen können, Überlebende von Gewalt Zugang zu Gerechtigkeit haben und Notfallmaßnahmen jugendgerechte Dienste einschließen. Der BAPYPS integriert Schutzprinzipien systematisch in lokale Katastrophenvorsorge und Konfliktreaktionsmechanismen.
Ausstieg und Wiedereingliederung unterstützen junge Menschen beim sicheren Verlassen von Gewaltkontexten und bei der Rückkehr in ziviles, soziales und wirtschaftliches Leben. Anders als Programme, die sich nur auf ehemalige Kämpfer konzentrieren, verfolgt der BAPYPS einen breiteren Ansatz. Wiedereingliederung wird als gemeinschaftlicher Prozess verstanden, bei dem Familien, religiöse Führungspersonen und Jugendorganisationen gemeinsam Bildungs, Berufsbildungs und psychosoziale Wege entwickeln. Entscheidend ist, dass diese Prozesse wirtschaftlich tragfähig sind. Jugendinitiativen im Rahmen des BAPYPS, etwa genossenschaftsbasierte Einkommensmodelle in ehemaligen Lagern der Moro Bewegung, zeigen konkrete Alternativen zur Gewalt und fördern soziale Integration über einzelne Begünstigte hinaus.
6. Von Lokalisierung zur Verknüpfung mit nationalen und regionalen Strukturen
Lokalisierung birgt Risiken, wenn sie isoliert bleibt. Deshalb verknüpft der BAPYPS lokale Ansätze bewusst mit nationalen und internationalen Politikinstrumenten. Er steht im Einklang mit dem philippinischen nationalen Aktionsplan für YPS, um Kohärenz zu gewährleisten und nationale Ressourcen sowie internationale Partnerschaften zu nutzen. Gleichzeitig bewahrt er eigenständige Elemente, die die politischen Besonderheiten der Autonomen Region Bangsamoro widerspiegeln. Dieses Gleichgewicht ermöglicht es, lokal verankert und zugleich gut vernetzt zu sein.
Regional bietet die Erfahrung Bangsamoros wichtige Impulse für ASEAN. Die Region benötigt Mechanismen, die über Sichtbarkeit hinaus echte Teilhabe an Macht ermöglichen. Wenn Mitgliedstaaten Jugendliche sinnvoll in Sicherheitsfragen einbeziehen wollen, müssen sie Lokalisierung stärken, Jugendinitiativen finanzieren und institutionelle Wege für generationenübergreifende Entscheidungsprozesse schaffen. Genau diese Elemente verankert der BAPYPS.
7. Operative Umsetzungsstränge des Plans
Ein Plan ohne Umsetzung bleibt wirkungslos. Für den BAPYPS sind drei operative Stränge zentral.
a) Integration
Der BAPYPS muss in die Mandate von Ministerien und lokale Jugendentwicklungspläne eingebunden werden, damit er Teil von Budgetierung, Programmen und Dienstleistungen wird. Technische Workshops unterstützen Ministerien, Behörden und lokale Verwaltungseinheiten bei dieser Integration.
b) Monitoring, Evaluierung, Rechenschaft und Lernen
Ein begleitender Rahmen erfasst Ergebnisse, identifiziert Umsetzungsprobleme und schafft Rückkopplung mit Jugendgemeinschaften. Ziel ist es, Institutionen rechenschaftspflichtig zu halten und Maßnahmen evidenzbasiert anzupassen. Die Umsetzung erfolgt regelmäßig durch die Bangsamoro Jugendkommission und eine jugendgeführte Arbeitsgruppe.
c) Nachhaltige Finanzierung und Partnerschaften
Nach der anfänglichen Förderung durch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen ist eine langfristige Finanzierung erforderlich. Der BAPYPS fordert stabile Finanzierungsquellen und dauerhafte Partnerschaften mit Regierung, Entwicklungsakteuren, Privatsektor und Zivilgesellschaft, um Pilotprojekte auszuweiten.
8. Lehren für andere Kontexte
Die Erfahrung Bangsamoros zeigt, wie YPS von einer Vision zur Praxis wird, wenn Legitimität, generationenübergreifendes Vertrauen und politische Kohärenz bewusst gestaltet werden. Drei zentrale Lehren lassen sich ableiten.
a) Lokalisierung mit Legitimität
Politik muss gemeinsam mit Gemeinschaften entwickelt werden, da Legitimität nicht von außen verordnet werden kann. In Bangsamoro wurde der BAPYPS durch lokale Beteiligung zu einer gemeinsamen gesellschaftlichen Verpflichtung.
b) Institutionalisierte generationenübergreifende Mechanismen
Jugendbeteiligung muss strukturell und generationenübergreifend verankert sein. Gemeinsame Entscheidungsstrukturen fördern Vertrauen, Kontinuität und echte Mitgestaltung.
c) Verknüpfung über Ebenen hinweg
Lokale Maßnahmen müssen mit nationalen und regionalen Rahmenwerken verbunden sein, um nachhaltig und wirksam zu sein.
9. Ein Leitbild, das Entscheidungen verlangt
Wenn ich heute auf den BAPYPS blicke, sehe ich keine Bürokratie, sondern ein Versprechen. Es verlangt Mut und Engagement von jungen Menschen, Offenheit von Älteren und Verantwortung von Institutionen. Vor allem fordert es uns auf, Jugendliche nicht als zukünftige Bürger zu betrachten, sondern als gegenwärtige.
Ich habe begonnen, mich mit YPS zu beschäftigen, weil ich durch Vertreibung erfahren habe, wie zerbrechlich Frieden ist. Ich mache weiter, weil ich gesehen habe, wie junge Menschen mit Vertrauen und Unterstützung aus Fragilität Resilienz schaffen. Der BAPYPS ist der Versuch, diesen Wandel systematisch zu gestalten. Er ist Bangsamoros Leitplan für Einheit, generationenübergreifenden Frieden und nachhaltige Entwicklung. Wenn wir ihn leben und nicht nur verabschieden, wird die nächste Generation nicht nur Stabilität, sondern auch Würde erben.
Der Autor ist für den Inhalt des Artikels verantwortlich. Der Beitrag spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung der Bundeskanzler Helmut Schmidt Stiftung wider.
References:
- Bangsamoro Youth Commission and United Nations Development Programme (UNDP) (2023). Bangsamoro Action Plan on Youth, Peace and Security 2023–2028. Available at: byc.bangsamoro.gov.ph/2023/12/18/news/byc-undp-launch-bangsamoro-action-plan-on-youth-peace-and-security/ (Accessed: 15 December 2025).
- Office of the Presidential Adviser on Peace, Reconciliation and Unity (OPAPRU) (2022). Philippine National Action Plan on Youth, Peace and Security 2023–2033. Available at: peace.gov.ph/napyps/ (Accessed: 13 December 2025).
- United Nations Security Council (2015). Resolution 2250, S/RES/2250 (2015). Available at: undocs.org/S/RES/2250(2015) (Accessed: 13 December 2025).
- Yague, E. I. B. and Berents, H. (2025). The paradox of youth engagement in Southeast Asian peace and security, The Diplomat, 8 August. Available at: thediplomat.com/2025/08/the-paradox-of-youth-engagement-in-southeast-asian-peace-and-security/ (Accessed: 11 December 2025).
Autor: Datu Raid Salik
Biografie: Datu Raid Salik ist leitender Ansprechpartner für den Bangsamoro Aktionsplan zu Jugend, Frieden und Sicherheit 2023 bis 2028 in der Regierung von Bangsamoro auf den Philippinen.