Strukturelle Hindernisse für den Frieden können ohne gemeinsames Handeln nicht überwunden werden: Es braucht eine kooperative Strategie zwischen Jugend, Zivilgesellschaft und Regierung. Ein gemeinschaftlicher und partnerschaftlicher Ansatz ist entscheidend, um die systemischen Barrieren abzubauen, mit denen junge Menschen im Bereich Frieden und Sicherheit konfrontiert sind, und um sicherzustellen, dass Jugend, Zivilgesellschaft und Regierung gleichermaßen Teil der Lösung für langfristigen sozialen Wandel und eine friedliche Gesellschaft sind.
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Einleitung: Die Notwendigkeit kollektiven Handelns im Bereich Jugend, Frieden und Sicherheit
Im Dezember 2015 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC) einstimmig die Resolution 2250 (UNSCR 2250) und später die Resolutionen 2419 (2018), 2535 (2020) und 2807 (2025), die gemeinsam als Jugend-, Friedens- und Sicherheitsagenda (Youth, Peace and Security – YPS) bekannt sind. Die UNSCR 2250 war eine wegweisende Resolution, da sie erstmals die Beiträge junger Menschen zur Friedensförderung offiziell anerkannte. Sie hebt fünf zentrale Säulen für die Beteiligung von Jugendlichen hervor: Teilhabe, Schutz, Prävention, Partnerschaften sowie Ausstieg und Wiedereingliederung.
Die YPS-Agenda ist aus verschiedenen Gründen für Länder weltweit bedeutsam: Sie verschiebt die Wahrnehmung von Jugendlichen als Täter von Gewalt hin zu Akteuren des Friedens; sie fordert Staaten auf, junge Menschen in Entscheidungsprozesse, Friedensverhandlungen und deren Umsetzung einzubeziehen; sie verlangt ein Ende der Straflosigkeit sowie den Schutz der Menschenrechte; sie stärkt die Stimme junger Menschen auf allen Ebenen; sie ruft dazu auf, junge Menschen einzuladen, einzubeziehen und ihnen zuzuhören; und sie fördert verstärkte Investitionen in Jugendbeschäftigung und Kompetenzentwicklung.
Weltweit stehen junge Menschen erheblichen systemischen Hindernissen für ihre politische Teilhabe gegenüber, und ihr begrenzter institutioneller Einfluss steht in starkem Kontrast zu ihrer demografischen Bedeutung. Laut Altiok et al. (2020) sind 23 Prozent der weltweiten Jugend von organisierter Gewalt betroffen, und über 400 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren leben in Konfliktgebieten. Junge Menschen werden häufig von politischen Akteuren „mobilisiert“ und als „Störenfriede“ wahrgenommen, anstatt als konstruktive Mitgestaltende anerkannt zu werden. Jugend wird dabei oft durch eine sicherheitspolitische Linse betrachtet, wobei globale Narrative sie eher als potenzielle Bedrohung denn als positive Akteure des Wandels darstellen.
Zehn Jahre nach der UNSCR 2250 bestehen weiterhin strukturelle Hindernisse für die Beteiligung junger Menschen, insbesondere in Afrika, das über 400 Millionen junge Menschen beherbergt. Afrikanische Staaten entwickeln weiterhin Nationale Aktionspläne (NAPs) zu YPS als Umsetzungsinstrumente, um diese Ausschlüsse zu adressieren. Während frühe Versionen vor allem auf die Erstellung politischer Dokumente ausgerichtet waren, legen neuere Ansätze stärkeres Gewicht auf inklusive Prozesse, ressortübergreifende Zusammenarbeit und multi-akteurielle Gestaltung. Konsultationen zwischen Jugendlichen, Ministerien und staatlichen Stellen werden häufig durchgeführt und oft von zivilgesellschaftlichen Akteuren angestoßen.
Gleichzeitig war der frühere Ansatz durch chronische Unterfinanzierung geprägt, was zu einem Wettbewerb um begrenzte Ressourcen führte. Diese Einschränkungen haben junge Menschen und die Zivilgesellschaft dazu veranlasst, systemorientierte Ansätze zu entwickeln, die fragmentierte Maßnahmen überwinden und kohärentere, langfristigere Strategien zur Umsetzung der YPS-Agenda verfolgen. Die strukturellen Hürden für die Beteiligung junger Menschen an Frieden und Sicherheit sind größer als die Kapazität eines einzelnen Akteurs und erfordern daher koordinierte Antworten.
Eine gesamtgesellschaftliche Strategie, die auf Kosteneffizienz, Vertrauensbildung und generationenübergreifender Zusammenarbeit basiert, versteht Jugend, Zivilgesellschaft und Regierung als gleichwertige Partner. Sie kann koordinierte, mehrstufige kollektive Wirkung auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene ermöglichen.
Die systemischen Barrieren: Warum kollektives Handeln notwendig ist
Die Beteiligung junger Menschen an Friedensprozessen bleibt sehr gering (Saferworld, 2025), was auf anhaltende strukturelle und soziale Hindernisse zurückzuführen ist, die ihre Teilnahme sowohl in formellen als auch in informellen Governance-Strukturen verhindern. Jugendliche werden häufig als „zukünftige Führungskräfte“ dargestellt – eine Sichtweise, die ihre gegenwärtige Handlungsfähigkeit unbeabsichtigt verschiebt und implizit darauf hindeutet, dass sie für Führungsrollen im Hier und Jetzt nicht ausreichend kompetent oder qualifiziert seien. Diese Perspektive untergräbt die Anerkennung der tatsächlichen Beiträge, die junge Menschen bereits leisten, und ignoriert zugleich die unmittelbaren Auswirkungen, die Entscheidungen zu Konflikten, Klimawandel, Arbeitslosigkeit und digitalem Wandel auf ihr Leben haben. Diese Form der Ausgrenzung verstärkt generationelle Machtungleichgewichte, in denen ältere Akteure ihre Autorität aufgrund von Alter oder Erfahrung behalten, was zu einer fortbestehenden Gerontokratie und symbolischen, oft rein formalen Jugendbeteiligung führt.
Sicherheitspolitisch geprägte Narrative verschärfen diese Problematik zusätzlich. Junge Menschen in instabilen und konfliktbetroffenen Kontexten werden häufig als potenzielle Sicherheitsrisiken dargestellt – ein Deutungsmuster, das durch die sogenannte „Youth Bulge“-Theorie gestützt wird, wonach große junge Bevölkerungsanteile im Globalen Süden mit Instabilität in Verbindung gebracht werden. Berents (2025) argumentiert jedoch, dass diese Hypothese methodisch unzureichend ist und eher auf geopolitischen Befürchtungen als auf empirischen Belegen basiert. Solche Narrative verschleiern zudem die Rolle erwachsener Eliten, die Jugendliche häufig selbst mobilisieren oder zur Gewalt zwingen, und verstärken so das Bild von Jugend als konfliktanfällig, während die strukturellen Ursachen in den Machtstrukturen älterer Akteure unsichtbar bleiben. Diese Dynamik fördert Misstrauen zwischen Generationen und schwächt die Chancen auf nachhaltigen Frieden.
Weitere Herausforderungen liegen in der Fragmentierung der Akteure und in Ressourcenengpässen. Jugendgeführte Initiativen sind häufig unzureichend finanziert, was ihre Nachhaltigkeit und den Zugang zu Friedenskompetenztraining einschränkt. Gleichzeitig führen sektorale Arbeitsweisen von Regierung und Zivilgesellschaft sowie durch Geber getriebene Programme zu Doppelstrukturen und Lücken in der Versorgung. Obwohl diese strukturellen Probleme weithin anerkannt sind, gibt es nur wenige koordinierte Versuche, sie systematisch zu überwinden, insbesondere in neoliberalen Entwicklungsmodellen, die bestehende Ausschlüsse teilweise reproduzieren.
Um diese Hindernisse zu überwinden, ist eine integrierte, sektorübergreifende Zusammenarbeit erforderlich, die kollektive Kapazitäten bündelt. Die YPS-Agenda steht damit für einen Wandel hin zu generationenübergreifenden, ganzheitlichen Ansätzen, die entscheidend für den Aufbau gerechter und friedlicher Gesellschaften sind.
Die Akteure und ihre Rollen
Regierungen, Zivilgesellschaft und junge Menschen spielen alle eine entscheidende Rolle beim Aufbau der institutionellen Rahmenbedingungen, die notwendig sind, um die langfristige Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Friedensinitiativen sicherzustellen.
Jugend als Akteure des Wandels
Junge Menschen sind zentral für gesellschaftliche Teilhabe, Friedensarbeit und Konfliktprävention, da sie häufig ihre Zeit und Fähigkeiten einsetzen, um den sozialen Zusammenhalt in ihren Gemeinschaften zu stärken. Ihr Beitrag geht dabei über klassische Konfliktlösungsansätze hinaus: Sie bringen neue, kontextbezogene Perspektiven ein, die Friedensprozesse bereichern. Ein bemerkenswertes Beispiel ist die jugendgeführte Kampagne #Peacemtaani in Kenia, was so viel wie „Frieden in den Straßen“ bedeutet. Im Vorfeld und im Nachgang der Wahlen 2022 zielte sie durch maßgeschneiderte politische Bildung darauf ab, Spannungsnarrative zu verändern. Die Kampagne nutzte populäre Musik, Graffiti-Kunst und kreative öffentliche Formate, um Friedensbotschaften zu verbreiten, und berücksichtigte dabei, dass viele junge Menschen in Kenia täglich sogenannte Matatus, also Kleinbusse, als Transportmittel nutzen. Vor den Wahlen standen Wahlaufklärung und Bürgerverantwortung im Mittelpunkt, während während der Wahlzeit Onlinekampagnen und virtuelle Konzerte stattfanden und danach Botschaften des sozialen Zusammenhalts verbreitet wurden. Bis Dezember 2021 erreichte das Projekt laut Angaben rund eine Million junge Menschen. Trotz dieser Wirkung leidet #Peacemtaani, wie viele andere jugendgeführte Initiativen, unter Nachhaltigkeitsproblemen aufgrund fehlender institutioneller Unterstützung und Finanzierung, was seine langfristige Fortführung insbesondere im Hinblick auf zukünftige Wahlen gefährdet.
Zivilgesellschaft als Brückenbauer
Die Zivilgesellschaft spielt eine zentrale Rolle in den Bereichen Interessenvertretung, Rechenschaftspflicht und Kapazitätsaufbau. Sie baut Brücken innerhalb der Gesellschaft, stärkt die Stimmen junger Menschen und trägt lokale Anliegen auf höhere Entscheidungsebenen. Ein Beispiel ist die Faraja Africa Foundation, eine jugendgeführte und jugendorientierte Organisation in Ostafrika, die 2013 gegründet wurde. Sie war an verschiedenen Jugend- und Regierungsinitiativen beteiligt. So arbeitete sie daran, die Interessen von Jugendlichen und Regierung für eine inklusive Politikgestaltung in der gesamten Ostafrika Region zu verbinden, unter anderem durch das Nationale Jugendparlament für die Ostafrika Region. Außerdem initiierte sie das Ostafrika Jugendparlament innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft, das später von der Ostafrikanischen Legislativversammlung institutionalisiert wurde. Diese regionalen Plattformen setzten sich erfolgreich für eine einheitliche Studiengebührenpolitik an ostafrikanischen Universitäten ein. Sie verbinden junge Menschen direkt mit politischen Entscheidungsträgern und schaffen strukturierte Dialogräume durch Jugendparlamente, Foren, Debatten und Advocacy Kampagnen.
Regierungen als Ermöglicher oder Gatekeeper
Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union fördern seit den Debatten von Stockholm 1972, also der UN Konferenz über die Umwelt des Menschen, die erstmals einen globalen Rahmen für das Verhältnis zwischen menschlichem Handeln, Umweltschutz und Entwicklung schuf, konsequent bürgerschaftliche Beteiligung sowie Rahmenbedingungen, die Jugend und Zivilgesellschaft stärken. Aktuelle Beispiele für entsprechende Kooperationen sind die AU unterstützte Entwicklung des nationalen Aktionsplans zu Jugend, Frieden und Sicherheit in Burundi unter Präsident Ndayishimiye sowie die gemeinsamen NAP Prozesse in Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo. Obwohl beide Länder weiterhin über Finanzierungslücken in der Umsetzung berichten, tragen solche Partnerschaften zur besseren Koordination und höheren Legitimität bei. Gleichzeitig bleibt nachhaltiges staatliches Engagement entscheidend. Das Beispiel der Gacaca Gemeinschaftsgerichte in Ruanda zeigt, wie staatlich getragene Systeme Friedensarbeit landesweit ausweiten können und verdeutlicht, dass vollständige staatliche Verantwortung eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Abrüstung, Reintegration und Friedenserziehung ist.
Der Collective Impact Rahmen: Eine Strategie für Zusammenarbeit
Der nationale Aktionsplan zu Jugend, Frieden und Sicherheit in Nigeria zeigt, wie der Collective Impact Ansatz in einem realen Kontext angewendet werden kann, um sektorübergreifende Zusammenarbeit zu strukturieren und zu stärken. Nigeria gehört zu den Ländern, die früh begonnen haben, YPS Prinzipien in nationale Politik zu übersetzen und dabei unterschiedliche Akteure systematisch einzubinden.
Ein zentrales Merkmal des nigerianischen Ansatzes ist die breite Beteiligung von Regierung, Zivilgesellschaft und Jugendorganisationen in der Entwicklung und Umsetzung des Plans. Dieser inklusive Prozess hat dazu beigetragen, ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen zu schaffen, insbesondere im Hinblick auf Gewalt, Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung junger Menschen. Gleichzeitig wurde versucht, eine gemeinsame Grundlage für Prioritäten und Verantwortlichkeiten zu definieren, die über einzelne Institutionen hinausgeht.
Der Plan spiegelt mehrere Elemente des Collective Impact Rahmens wider. Erstens wurde eine gemeinsame Agenda formuliert, die Jugend als zentrale Akteure in Friedensprozessen anerkennt. Zweitens wurden Mechanismen zur Koordination entwickelt, um Maßnahmen verschiedener Ministerien und Organisationen besser aufeinander abzustimmen. Drittens wurden Plattformen für kontinuierlichen Austausch geschaffen, die Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren fördern und Informationsflüsse verbessern.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Umsetzung des Plans mit Herausforderungen verbunden. Dazu gehören begrenzte finanzielle Ressourcen, institutionelle Fragmentierung und Unterschiede in der Kapazität der beteiligten Akteure. Dennoch zeigt das Beispiel Nigeria, dass ein strukturierter, kollaborativer Ansatz die Grundlage für langfristige Wirkung im Bereich Jugend, Frieden und Sicherheit schaffen kann.
Insgesamt verdeutlicht der Fall Nigeria, dass Collective Impact im YPS Kontext nicht nur ein theoretisches Modell ist, sondern ein praktikabler Ansatz, um komplexe Friedens- und Sicherheitsfragen durch koordinierte, sektorübergreifende Zusammenarbeit nachhaltiger zu adressieren.
Best Practices: Nigerias Nationaler Aktionsplan zu Jugend, Frieden und Sicherheit
Ein Best-Practice-Beispiel für einen kollektiven Ansatz zur Umsetzung der YPS Agenda ist der Prozess Nigerias zur Entwicklung eines Nationalen Aktionsplans (NAP), der als eines der ersten Länder in Afrika einen solchen Plan entwickelt hat. Dieser Prozess bietet neue Hoffnung und zeigt, dass Regierung, Jugend und Zivilgesellschaft tatsächlich im Sinne des Gemeinwohls zusammenarbeiten können. Er verdeutlicht, dass die Ergebnisse widerstandsfähiger und legitimer sind, wenn alle Beteiligten am Tisch vertreten sind. Die Einbindung nigerianischer Jugendlicher in nationale sicherheitspolitische Dialoge hat den Weg für viele weitere afrikanische Länder geebnet, Multi-Stakeholder Ansätze in NAP Prozessen einzuführen, die Jugendlichen eine Mitführungsrolle ermöglichen und ihnen ihren berechtigten Platz am Entscheidungstisch einräumen. Nigeria hat damit dazu beigetragen, dass weitere afrikanische Staaten eigene NAPs entwickeln konnten. Zu den afrikanischen Ländern, die bisher NAPs verabschiedet haben, gehören Nigeria im Jahr 2021, die Demokratische Republik Kongo 2022, Malawi und Südsudan 2024 sowie Burundi, Gambia, Liberia und Kamerun im Jahr 2025 (ConnexUs, 2025).
Junge Menschen in Nigeria haben systemische Barrieren überwunden, indem sie kollaborativ am NAP gearbeitet und einen Multi-Stakeholder- sowie partizipativen Designansatz genutzt haben. Das nigerianische Bundesministerium für Jugend und Sport arbeitete dabei mit der Nigeria Coalition on Youth Peace and Security zusammen, einem Netzwerk mit über 1000 zivilgesellschaftlichen Partnern. Darüber hinaus wurden umfangreiche, lokal verankerte Konsultationen durchgeführt, die junge Menschen und unterschiedliche Interessengruppen direkt einbezogen. Diese umfassende Form der Beteiligung stellte sicher, dass der Plan auf den gelebten Erfahrungen und Prioritäten nigerianischer Jugendlicher basiert (Nigeria Coalition on Youth Peace and Security & Federal Ministry of Youth and Sports Development, 2023).
Empfehlungen
Eine kollektive Strategie zur Umsetzung der YPS Agenda baut auf den komparativen Stärken von Regierung, Zivilgesellschaft und jungen Menschen auf und kommt allen Beteiligten zugute. Regierungen sind die Gestalter nationaler Entwicklung, und die Umsetzung der YPS Agenda im Rahmen einer kollektiven Strategie bietet einen kohärenten Rahmen, um die Wirkung bestehender Politiken und Programme zu stärken. Sie zeigt das staatliche Engagement für eine Zukunft, in der junge Menschen als gleichberechtigte Partner beim Aufbau eines stabilen und prosperierenden Staates gestärkt werden. Durch die Förderung generationenübergreifender Zusammenarbeit kann die Regierung innovative Ansätze freisetzen, breiteres gesellschaftliches Vertrauen aufbauen und die Nachhaltigkeit nationaler Entwicklungsziele sichern. Dies bietet die Möglichkeit, ein Vermächtnis inklusiver Regierungsführung und gemeinsamer Wohlstandsentwicklung zu schaffen.
Das Engagement der Zivilgesellschaft bildet das Herzstück der YPS Bewegung. Zivilgesellschaftliche Organisationen stehen an vorderster Front und sind eng mit den Bedürfnissen und Erwartungen der Gemeinschaften verbunden. Durch die Anwendung eines Collective Impact Ansatzes sollte der Zivilgesellschaft eine Plattform geboten werden, um die Stimmen junger Menschen durch Koalitionen zu verstärken, ihre Advocacy Arbeit zu stärken und bedeutungsvolle Partnerschaften mit Regierung und weiteren Akteuren aufzubauen. Durch die Ausrichtung zivilgesellschaftlicher Initiativen an nationalen Rahmenwerken kann ihr Einfluss in politischen Prozessen deutlich erhöht werden.
Jugendakteure verkörpern die Energie und Vision der YPS Agenda. Ihre gelebten Erfahrungen bilden die treibende Kraft für eine bessere Zukunft. Durch die Anwendung eines Collective Impact Rahmens würden junge Menschen nicht nur als Begünstigte von Programmen anerkannt, sondern als zentrale Führungskräfte und Partner bei der Gestaltung der Zukunft eines Landes. Eine kollektive Strategie eröffnet ihnen den Raum, gehört zu werden, ihre Ideen zu verwirklichen und ihr Potenzial gemeinsam mit anderen Akteuren vollständig zu entfalten. Ihre Umsetzung wäre eine Einladung an junge Menschen, einen Platz am Entscheidungstisch einzunehmen und aktiv an der Gestaltung einer gesunden, gerechten und friedlichen Gesellschaft für heutige und kommende Generationen mitzuwirken.
Der Autor ist für den Inhalt des Artikels verantwortlich. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der Bundeskanzler Helmut Schmidt Stiftung wider.
Referenzen:
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Autor: Christine Odera
Biografie: Christine Odera ist die Jugendvertreterin im Rat des National Youth Service von Kenia und die Ko-Vorsitzende der Kenya Coalition on Youth, Peace and Security.
Sehen Sie unser Interview mit Christine Odera.