Bremen ist vom 2. bis 4. Oktober 2026 Gastgeber des Bürgerfests zum Tag der Deutschen Einheit. Dort präsentieren sich auch die sieben Politikergedenkstiftungen des Bundes mit einem gemeinsamen Stand der Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Viele Stärken - ein Land “ laden sie Besucher:innen dazu ein, deutsche Demokratiegeschichte anhand prägender politischer Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts kennenzulernen. Gemeinsam zeigen sie, wie Biografien, politische Entscheidungen und historische Entwicklungen zusammenhängen und warum die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis unserer demokratischen Gegenwart und Zukunft ist.
Mit der Übernahme der Bundesratspräsidentschaft durch die Freie Hansestadt Bremen und ihren Präsidenten des Senats, Dr. Andreas Bovenschulte, am 1. November 2025 richtet Bremen als Höhepunkt dieses Präsidentschaftsjahres die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. Das Bürgerfest versteht sich als Ort der Begegnung, des Austauschs und der demokratischen Teilhabe – mit Ländermeile, Kulturprogramm, Präsentationen der Verfassungsorgane sowie zahlreichen Informations- und Mitmachangeboten.
Die Politikergedenkstiftungen des Bundes
Die sieben Politikergedenkstiftungen wurden seit 1978 vom Deutschen Bundestag als überparteiliche Einrichtungen gegründet. Sie widmen sich der wissenschaftlichen Forschung, der historisch-politischen Bildung und der Erinnerung an bedeutende Persönlichkeiten der deutschen Demokratiegeschichte. An ihren historischen Standorten vermitteln sie Geschichte durch Ausstellungen, Bildungsangebote, Veranstaltungen, Archive und Bibliotheken. Gemeinsam leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der deutschen und europäischen Geschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Otto-von-Bismarck-Stiftung
Die Otto-von-Bismarck-Stiftung mit Sitz in Friedrichsruh erinnert an den ersten Reichskanzler Otto von Bismarck und erforscht dessen politisches Wirken sowie die Geschichte seiner Zeit. Neben der Dauerausstellung „Otto von Bismarck und seine Zeit“ betreibt die Stiftung ein Archiv, eine wissenschaftliche Bibliothek und umfangreiche Bildungsangebote. Mit ihrem zweiten Standort im Geburtsort Schönhausen (Elbe) ist sie zudem die einzige Politikergedenkstiftung des Bundes mit einem Standort in den ostdeutschen Bundesländern.
Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte
Die Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg erinnert an Friedrich Ebert, den ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt Deutschlands. Das Herzstück der Gedenkstätte ist die 45 m² große Wohnung, in der der spätere SPD-Vorsitzende als Sohn eines Schneiders geboren wurde und in sehr bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Darüber hinaus beherbergt die Gedenkstätte die Dauerausstellung „Vom Arbeiterführer zum Reichspräsidenten – Friedrich Ebert (1871–1925)“, die Eberts Lebensweg vom Sattlergesellen zum Reichspräsidenten nachzeichnet. Die Ausstellung wird durch zahlreiche Veranstaltungen, Vermittlungsangebote, Führungen und Workshops ergänzt.
Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus
Die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus verbindet Demokratiebildung mit zeithistorischer Forschung. Sie erinnert an Theodor Heuss, den ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Mitgestalter des Grundgesetzes und überzeugten Demokraten. Im historischen Wohnhaus in Stuttgart sowie mit vielfältigen analogen und digitalen Angeboten fördert die Stiftung den Dialog über demokratische Werte, Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe.
Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus
Die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus erinnert an Konrad Adenauer, den ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und einen der Wegbereiter der europäischen Einigung. Das original erhaltene Wohnhaus in Bad Honnef-Rhöndorf und der Berliner Standort vermitteln Leben, Werk und politische Bedeutung Adenauers für die Entwicklung der jungen Bundesrepublik.
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
Die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung erinnert an den ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt. Sie wurde 1994 mit Sitz in Berlin gegründet und unterhält im Forum Willy Brandt Berlin, im Willy-Brandt-Haus Lübeck und im Willy-Brandt-Forum Unkel drei Ausstellungen. Durch die historisch-politische Bildungsarbeit rund um Willy Brandts politisches Vermächtnis stärkt die Stiftung das historische Bewusstsein und leistet einen grundlegenden Beitrag zur Festigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung
Die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung erinnert an Helmut Schmidt und verbindet historisches Erinnern mit der Auseinandersetzung über aktuelle politische Fragen. Themen wie Europa, internationale Politik, soziale Gerechtigkeit sowie Demokratie und Gesellschaft stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Mit der Ausstellung „Schmidt! Demokratie leben“ und dem Helmut-Schmidt-Archiv in Hamburg schafft die Stiftung Räume für historisches Lernen und gesellschaftlichen Dialog.
Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung
Die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung erinnert an Helmut Kohl, den Bundeskanzler der Deutschen Einheit und Ehrenbürger Europas. Sie vermittelt politisch-historisches Wissen über die deutsche Wiedervereinigung, die europäische Integration und die Entwicklung der Bundesrepublik. Ziel der Stiftung ist es, Geschichte verständlich zu machen und den Austausch über Demokratie, Europa und Zeitgeschichte zu fördern.
Copyright: Archiv der Otto-von-Bismarck-Stiftung: Bismarck-Portrait; Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte: Ebert-Portrait; Ihlse Buhs: Heuss-Portrait; Bundesregierung/Georg Bauer: Brandt Portrait; Bundesregierung: Schmidt-Portrait, Bundesregierung/Konrad R. Müller: Kohl-Portrait
