Nach WTO-Konferenz-Absage: Gibt es noch eine letzte Chance für ein faires Welthandelssystem?

Streitgespräch

3. Dezember 2021 — 13:00 - 14:00 Uhr

Mit dem Streitgespräch „Letzte Chance für ein faires Welthandelssystem?“ führt die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung ihre erfolgreiche Veranstaltungsreihe fort und lädt Sie zu einer Online-Veranstaltung ein, die eine angeregte Diskussion verspricht – nicht trotz, sondern gerade weil die Minister*innenkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) wegen der neuen Virusvariante abgesagt werden musste.

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Eigentlich hätte sich diese Woche das höchste Entscheidungsgremium der WTO zum ersten Mal unter Leitung der neuen Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala getroffen. Wegen der neune Virusvariante Omikron musste das Treffen mit circa 4.000 Beteiligten von allen Kontinenten nun aber auf unbestimmte Zeit verschoben werden, eine digitale Alternative ist nicht geplant. Dabei waren die Erwartungen groß. Nicht wenige hatten davon gesprochen, dass dieses Treffen die letzte Chance für die WTO sei, die Grundlage für eine gerechtere und grünere Weltwirtschaft zu schaffen. So waren zwei zentrale Punkte auf der Agenda eine Regelung zu den Patentrechten für Corona-Impfstoffe und, nach 20 Jahren Verhandlungen, auch ein Abkommen zum Abbau schädlicher Fischerei-Subventionen.

Hierbei liegen die Hoffnungen vor allem auf den Schultern von Ngozi Okonjo-Iweala, die nigerianische Politikerin führt seit März diesen Jahres den Vorsitz der WTO. Hat sie als erste Frau und erste Vertreterin des afrikanischen Kontinents an der Spitze der Organisation noch immer eine historische Chance, ihre scheinbar unmögliche Mission zu erfüllen: Die WTO fit zu machen als multilaterale Instanz für ein regelbasiertes, gerechtes und nachhaltiges Weltwirtschaftssystem für das 21. Jahrhundert? Oder wird auch sie an strukturellen Problemen der Weltwirtschaft und der multilateralen Organisation scheitern? Braucht es grundlegend neue Ansätze globalen Wirtschaftens statt eines erneuten WTO-Reformversuchs?

Moderiert von Elisabeth Winter, Programmlinienleitung „Globale Märkte und Soziale Gerechtigkeit“ der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, diskutieren und streiten miteinander: Dr. Katrin Kamin, Co-Leiterin der Trade Policy Task Force am Institut für Weltwirtschaft Kiel, und Nina Treu, Mitgründerin des Leipziger Konzeptwerk Neue Ökonomie.

 

Von rechts nach links: Nina Treu, Dr. Katrin Kamin, Elisabeth Winter

Dr. Ngozi Okonjo-Iweala, neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO), nimmt am 1. März an einer Sitzung des Allgemeinen Rates der WTO teil. Die nigerianische Ökonomin hat am 15. Februar die Leitung der Welthandelsorganisation (WTO) übernommen. Foto: WTO/Bryan Lehmann

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