Container und Lastwagen

Wirtschaftssicherheit beginnt zu Hause – Eine inklusive Geoökonomie Strategie für Deutschland

Wirtschaftliche Sicherheit steht ganz oben auf der Agenda von Berlin und Brüssel. Doch während sich die Debatten oft auf technokratische Abwehrmaßnahmen und das Sichern von Lieferketten konzentrieren, droht das eigentliche Fundament geoökonomischer Resilienz übersehen zu werden: der gesellschaftliche Zusammenhalt im Inland. Unsere neue BKHS Publikation zeigt, warum eine erfolgreiche Wirtschaftssicherheitsstrategie für Deutschland zwingend inklusiv gestaltet sein muss.

In unserem neuen BKHS Report „Economic security starts at home: Introducing an inclusive geoeconomics strategy for Germany“ argumentieren die Autorinnen Dr. Elisabeth Winter und Lea Holst, dass echte Resilienz weit über Wettbewerbsfähigkeit und reinen Marktschutz hinausgeht. In einer Ära, in der wirtschaftliche Abhängigkeiten zunehmend als politische Waffen eingesetzt werden, müssen wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, strategische Souveränität, gesellschaftliche Wohlfahrt und ökologische Nachhaltigkeit systematisch miteinander verzahnt werden.

Anhand von zwei tiefgehenden Fallstudien – dem Hamburger Hafen als kritischem Logistikknotenpunkt und dem deutschen Automobilsektor (E-Mobilität) als dezentralem industriellen Rückgrat – veranschaulicht der Bericht die drängende Notwendigkeit eines Kurswechsels: Wenn die Kosten geoökonomischer Maßnahmen ungleich oder unfair verteilt werden, drohen gesellschaftliche Spaltung und ein Vertrauensverlust in demokratische Institutionen. Ein inklusiver Ansatz generiert hingegen eine unschätzbare „Resilienzdividende“.

Key Takeaways:
• #1 Wirtschaftssicherheit ist mehrdimensional: Deutschland kann langfristig nur resilient bleiben, wenn ökonomische, sicherheitspolitische, gesellschaftliche und ökologische Dimensionen gleichwertig in die nationale Wirtschaftssicherheitsstrategie integriert werden.

• #2 Sozialer Zusammenhalt ist eine strategische Ressource: Geoökonomischer Schutz nach außen funktioniert nur, wenn die Gesellschaft im Inneren stabil bleibt. Ein fairer Lastenausgleich und die Einbindung von Stakeholdern wie Gewerkschaften und Zivilgesellschaft sind keine normativen Extras, sondern harte Sicherheitsfaktoren.

• #3 Ein neues Werkzeug für die Praxis: Der Bericht führt eine Checkliste für inklusive Geoökonomie ein. In fünf Schritten bietet sie politischen Entscheider:innen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene einen konkreten Leitfaden, um geoökonomische Maßnahmen auf ihre gesellschaftliche Verträglichkeit und langfristige Resilienz zu prüfen.

Eine krisenfeste Wirtschaftsordnung für Deutschland und Europa entsteht nicht durch das bloße Abschotten von Märkten – sondern indem wir sicherstellen, dass die geoökonomische Wende das demokratische Fundament stärkt, auf dem unsere Sicherheit letztlich ruht.

Hier den englischsprachigen BKHS Report downloaden:

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Autorin

Dr. Elisabeth WinterStellvertretende Geschäftsführerin und Programmleiterin Globale Märkte und soziale Gerechtigkeit

Elisabeth verbindet Wirtschaftssicherheit und Geoökonomie mit Fragen sozialer Teilhabe und internationaler Kooperation. Ihr Fokus liegt auf EU-/US-Handelspolitik und den Verteilungswirkungen internationaler Wirtschaftspolitik.

 

Sie studierte in Nürnberg, Berlin und an der Indiana University und promovierte in den Internationalen Beziehungen an der FU Berlin. Berufliche Stationen führten sie zum German Marshall Fund und in verschiedenen Forschungspositionen ans Europa-Kolleg Hamburg, die Bertelsmann Stiftung in Washington, DC sowie an die Princeton University und Georgetown University.

 

Elisabeth lehrt Internationale Beziehungen und US-Außenwirtschaftspolitik an der HTW Berlin und der FU Berlin.

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Autorin

Lea HolstWissenschaftliche Assistenz Programmlinie Globale Märkte und soziale Gerechtigkeit

Lea Holst arbeitet im Projekt „Inklusive Geoökonomie“ der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. Daneben engagiert sie sich ehrenamtlich im Vorstand der feministischen Friedensorganisation WILPF und als Mentorin bei der Claussen-Simon-Stiftung in Hamburg. Zuvor arbeitete sie als Projektmanagerin bei der Organisation FAIR SHARE of Women Leaders, die sich für „mehr Frauen in Führung“ einsetzt. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Fragen globaler Gerechtigkeit und politischer Ökonomie, wobei ihr Schwerpunkt auf Gender-Ansätzen liegt.