BKHS Perspectives #10_2025 | Frieden durch junge Menschen

Dieser Text ist aus dem Englischen übersetzt

Was haben die jüngsten Massenproteste in Kenia, Nepal und Marokko gemeinsam? Alle wurden als sogenannte „Gen Z“-Proteste bezeichnet – ein Verweis auf die Generation der Ende der 1990er- und frühen 2000er-Jahre Geborenen –, da sie eine massenhafte Mobilisierung junger Menschen auf den Straßen erlebten. Junge Menschen auf der ganzen Welt fordern ihr Recht ein, an Entscheidungen beteiligt zu werden, die ihre Gegenwart und ihre Zukunft betreffen.

Die sinnvolle Einbindung junger Menschen ist entscheidend für nachhaltigen Frieden für alle. Aus diesem Grund hat die Vereinten Nationen (UN) im Jahr 2015 die Agenda Jugend, Frieden und Sicherheit (Youth, Peace and Security, YPS) ins Leben gerufen. In der neuesten Ausgabe von BKHS Perspectives argumentiert Kirsten Hartmann, BKHS-Expertin für europäische und internationale Politik, dass Deutschland seine Bemühungen zur Umsetzung der YPS-Agenda sowohl international als auch national verstärken sollte. Sie skizziert konkrete Empfehlungen, wie deutsche Entscheidungsträger*innen YPS-Initiativen auf UN- und EU-Ebene, in der bilateralen Zusammenarbeit mit Partnerländern sowie in Deutschland selbst unterstützen können.

„Deutschland muss die YPS-Agenda auch national umsetzen: Dies ist nicht nur entscheidend für die Glaubwürdigkeit der deutschen Unterstützung junger Menschen weltweit, sondern auch für die Bewältigung innenpolitischer Herausforderungen für Frieden und Sicherheit.“ – Kirsten Hartmann

Zum Policy Paper

Zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen:

  • Jugend als Friedensakteur:
    Junge Menschen sind nicht nur die Führungskräfte von morgen, sondern gestalten bereits heute aktiv Veränderung. Die UN-Agenda YPS erkennt ihren wichtigen Beitrag zu Frieden und Sicherheit an und fordert ihre sinnvolle Einbindung als Partner*innen für den Frieden.
  • Universelle Relevanz:
    Deutschland sollte die Umsetzung der YPS-Agenda international stärken und gleichzeitig deren Relevanz im eigenen Land anerkennen, um aktuelle Sicherheitskrisen wie zunehmendes Misstrauen gegenüber Institutionen und gesellschaftliche Polarisierung zu adressieren. Glaubwürdige Unterstützung von YPS im Ausland setzt eine starke nationale Umsetzung voraus.
  • Generationenübergreifende Agenda:
    Die YPS-Agenda adressiert generationenübergreifende Herausforderungen, kommt der gesamten Gesellschaft zugute und muss in echten intergenerationalen Partnerschaften umgesetzt werden.
  • YPS durch Deutschland – Außenpolitik:
    Deutschland sollte YPS aktiv in der UN vorantreiben, unter anderem in der UN-Friedenskonsolidierungskommission sowie im Rahmen der Kandidatur für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat 2027/28. Zudem sollte Deutschland einen koordinierten Team-Europe-Ansatz unterstützen, um YPS in die EU-Außen- und Innenpolitik zu integrieren, und YPS in der Entwicklungszusammenarbeit stärken.
  • YPS made in Germany – nationale Umsetzung:
    YPS sollte durch einen ressortübergreifenden Ansatz gemeinsam mit vielfältigen jungen Menschen umgesetzt werden. Die Agenda sollte in bestehende Strategien eingebettet werden, etwa in die Jugendstrategie und die Nationale Sicherheitsstrategie. Die deutsche Zivilgesellschaft sollte YPS aktiv mittragen und Brücken zwischen Jugend-, Friedens- und Sicherheitsakteuren bauen.

     

Dieses Policy Paper basiert auf Forschung im BKHS-Projekt „Gen P(eacebuilder) – Umsetzung der Agenda Jugend, Frieden und Sicherheit“.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.