FOTAR 2024

Szenarien für die Lösung internationaler Konflikte nach den US-Präsidentschaftswahlen 2024

Russlands anhaltende Aggression gegen die Ukraine, der Krieg zwischen Israel und der Hamas oder die langwierigen Konflikte im Sudan, in Myanmar oder im Jemen: In vielen Teilen der Welt nimmt die Gewalt zu. Gleichzeitig steht der Multilateralismus unter Druck, was die Möglichkeiten zur Konfliktlösung einschränkt und traditionelle Methoden der Friedensförderung unwirksam macht. Die US-Präsidentschaftswahlen 2024 finden daher zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Bemühungen statt, Kriege zu beenden und weltweit Frieden zu schaffen. Auch innerhalb der USA halten die Ängste vor Gewalt an, nachdem die letzten Präsidentschaftswahlen im Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar gipfelten. Ein neuer Ansatz zur Konfliktlösung und Friedensförderung ist dringend erforderlich.

Um die potenziellen Auswirkungen der US-Wahl 2024 auf die Konfliktlösung und Friedensförderung weltweit zu analysieren, haben das Europa-Kolleg Hamburg (EKH) und die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung (BKHS) 13 Nachwuchswissenschaftler*innen zu einem #FOTAR2024-Stipendienprogramm eingeladen.

Jeder Teilnehmer soll einen 3–4-seitigen Entwurf für einen Policy Brief verfassen, in dem er plausible Szenarien für die internationale Konfliktlösung und Friedensförderung nach der US-Wahl skizziert, je nachdem, welche Partei das Weiße Haus übernimmt. In einem zweitägigen Präsenzworkshop in Hamburg erhalten die Teilnehmer von Gleichgesinnten und erfahrenen Diskussionsteilnehmern fundiertes Feedback und Mentoring zu ihrem Policy Brief. Im Anschluss an den Workshop werden EKH und BKHS die überarbeiteten Policy Briefs im Vorfeld des Wahltags veröffentlichen. Die Policy Briefs sollen sich auf einen der folgenden Themenbereiche konzentrieren:

 

  • Perspektiven für Konfliktlösung im Jahr 2024 und darüber hinaus
  • Gegenreaktion gegen die Gleichstellung der Geschlechter und die Zukunft der Friedenskonsolidierung
  • Die Rolle der UNO in kommenden Krisen der internationalen Friedenssicherung und Sicherheit

Forschungsberichte zu Panel 1 unserer FOTAR 2024

Demokraten und Republikaner sind sich in vielen Aspekten der US-Außenpolitik uneinig, und beide Parteien sind zudem intern gespalten. Am deutlichsten wird dies vielleicht im Hinblick auf die Kriege im Gazastreifen oder in der Ukraine, doch auch Konflikte in anderen Regionen könnten von Veränderungen in der US-Außenpolitik beeinflusst werden. Da die US-Wahlen 2024 in einem globalen Umfeld stattfinden, das durch eine Rückkehr zur Machtpolitik und eine Schwächung internationaler Institutionen gekennzeichnet ist, stellt sich die Frage: Was wird ihr Ausgang für den künftigen Verlauf von Konflikten weltweit und die Aussichten auf deren Lösung bedeuten?

Forschungsberichte zu Panel 2 unserer FOTAR 2024

Demokraten und Republikaner sind in Bezug auf die reproduktiven Rechte von Frauen und Mädchen tief gespalten. Die Abtreibungsgesetze werden bei den US-Wahlen 2024 eine wichtige Rolle spielen. Dies ist nicht nur eine innenpolitische Frage, sondern hat auch internationale Auswirkungen, wie die abgeschwächte UN-Resolution von 2019 zur Unterstützung von Überlebenden kriegsbedingter sexueller Gewalt zeigt. Angesichts der weltweit zunehmenden Bedrohungen und Angriffe gegen Frauen und LGBTQI*-Gemeinschaften stellt sich die Frage, welche Konsequenzen dies für Staaten hat, die eine feministische Außenpolitik verfolgen, und für Ansätze zur Friedenskonsolidierung.

 

Forschungsberichte zu Panel 3 unserer FOTAR 2024

Die US-Wahl findet vor dem Hintergrund einer schwindenden multilateralen Zusammenarbeit statt. In der UNO hängt dieser Trend mit dem zunehmenden geopolitischen Wettbewerb zwischen den Großmächten, den divergierenden Interessen der Länder des Globalen Nordens und Südens sowie der Krise der traditionellen Instrumente der UNO, wie etwa Friedenssicherungseinsätzen, zusammen. Eine republikanische Regierung dürfte eine weitere Herausforderung darstellen. Wie kann die UNO fit gemacht werden, um künftige Krisen des internationalen Friedens und der Sicherheit zu bewältigen, und welche zukünftige Form von Friedensoperationen ist sowohl möglich als auch wünschenswert?