Podcast „Schmidt! Macht Geschichte“

Helmut Schmidt, der Hamburger Jung aus Barmbek, schaffte es auf die Bühne der Weltpolitik und hat ein ums andere Mal Geschichte gemacht: ob während der Sturmflut von 1962, im „Deutschen Herbst“ oder mit dem NATO-Doppelbeschluss. Aber auch darüber hinaus machte Schmidt Politik und traf vor allem als Bundeskanzler politische Entscheidungen, die uns bis heute beeinflussen. Darüber sprechen die Kuratoren der Dauerausstellung „Schmidt! Demokratie lebenMagnus Koch und Johannes Zechner sowohl mit ihrem Team als auch mit spannenden Gästen aus Wissenschaft und Forschung. Gemeinsam beleuchten sie die Rolle von Helmut Schmidt und diskutieren, wie sich diese im Lauf der Zeit verändert hat. Ein Podcast für alle Geschichtsmacher*innen!

17.06.2024 I 7. Folge I „Das arbeitslose Subjekt“ Gefahr für die Demokratie „nach dem Boom“? Ein Gespräch zwischen Dr. Magnus Koch und der Historikerin Dr. Wiebke Wiede von der Universität Trier

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten die Menschen in weiten Teilen Westeuropas einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung. In der Bundesrepublik war diese Boomphase eng verknüpft mit der Etablierung der parlamentarischen Demokratie. Nach den Währungs- und Ölpreiskrisen 1973/1974 bzw. 1979 geriet das Wohlstands- und Sozialstaatsversprechen unter Druck. Die innenpolitischen Folgen gehörten zu den wohl schwersten Herausforderung der Kanzlerschaft Helmut Schmidts. Eine wichtige Dimension der Krisenerfahrungen war eine phasenweise rasant steigende Arbeitslosigkeit. Wie Staat und Behörden und auch die Arbeitslosen selbst den Umbrüchen begegneten, erklärt im neuen Ausstellungspodcast der BKHS die Historikerin Dr. Wiebke Wiede von der Universität Trier.

14.12.2023 I 6. Folge I „Verhandelte Hegemonie“; Ein Gespräch zwischen Dr. Magnus Koch und dem Historiker Dr. Jens Hofmann über die „Offset“-Verträge zwischen der Bundesrepublik und den USA 

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind die USA die Hegemonialmacht der „westlichen“ Welt. Die Bundesrepublik profitiert von diesem Verhältnis: wirtschafts- und handelspolitisch, aber insbesondere schützt die Atommacht USA die BRD und die europäischen Staaten vor möglichen Aggressionen des Warschauer Pakts im Kalten Krieg. Doch der Schutz hat auch seinen Preis: Seit 1960 regeln die sogenannten Offset-Abkommen den Ausgleich von Kosten, die den USA durch ihre militärische Präsenz in der Bundesrepublik entstehen: Die Bundeswehr kauft US-amerikanische Rüstungsgüter, zugleich stützen die Transferzahlungen den Dollar und damit dessen Status als Leitwährung. Helmut Schmidt beendete die Zahlungen: Für ihn fehlte nach dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods (1973) dafür die Grundlage, zugleich repräsentiert Schmidt damit das wachsende Selbstbewusstsein der Bundesrepublik gegenüber der Hegemonialmacht USA.

31.01.2023 I 5. Folge I „Immer Ärger mit den Briten.“ Zur Geschichte und Gegenwart des Brexit – Ein Gespräch drei Jahre nach dem EU-Austritt Großbritanniens mit dem Historiker Dr. Mathias Häußler

Am 31. Januar 2020 verließ Großbritannien die Europäische Union. Das Verhältnis des Landes zum europäischen Einigungsprojekt unterschied sich traditionell von demjenigen der Deutschen. Der Historiker Dr. Mathias Häußler hat sich eingehend mit der Geschichte des „European Misunderstandings“, insbesondere zwischen Helmut Schmidt und der britischen Politik, beschäftigt. Er argumentiert, dass beide Länder aufgrund ihrer Geschichte in zentralen Politikfeldern unterschiedliche Interessen verfolgten. Nach der zweimaligen Ablehnung einer Mitgliedschaft Großbritanniens durch Frankreich in den 1960er-Jahren fand es bei seinem Beitritt 1973 eine enge deutsch-französische Partnerschaft vor. Schmidt habe Agenda und Prioritäten der britischen Politik gegenüber dem europäischen Projekt nicht hinreichend verstanden, argumentiert Häußler, zugleich charakterisiert er den Brexit als politischen Irrweg und wirft angesichts der dramatischen Herausforderungen in Europa heute einen Blick auf die Verhältnisse im Land – exakt drei Jahre nach dem Austritt aus der EU.

26.10.2022 I 4. Folge I „Pantoffelstaat im Tyrannenverdacht“; Ein Gespräch über die Spiegel-Affäre mit Historikerin Prof. Dr. Ute Daniel

Am 26. Oktober 1962 durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamts Redaktion und Verlag des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und verhafteten dessen Herausgeber Rudolf Augstein. Das Blatt hatte angeblich militärische Staatsgeheimnisse veröffentlicht – ein Verdacht, der sich später als haltlos erwies und auch deshalb zur ersten schweren Staatskrise in der Bundesrepublik führte. Es ging um nicht weniger als um freie Presseberichterstattung im Land, gleichzeitig sorgten sich allerdings vor allem konservative Medien darum, dass die junge Demokratie angesichts eines „Abgrunds von Landesverrat“ nicht standhalten könnte. Magnus Koch und Ute Daniel diskutieren in der vierten Folge von „Schmidt! Macht Geschichte“ die Gefährdungen von Demokratie und Pressefreiheit damals und heute.

24.9.2022 I 3. Folge I Atomkanzler Schmidt? Gespräch mit Dr. des. Felix Lieb

Durch wirtschaftliche Auswirkungen der Ölpreiskrise seit Herbst 1973 musste die Bundesregierung ihre Energiepolitik grundlegend neu ausrichten. Welchen Stellenwert hatten dabei sichere Arbeitsplätze und stabile Stromkosten? Was für eine Rolle war der Kernkraft zugedacht? Und wie verliefen die gesellschaftlichen Debatten? Diese und viele weitere Fragen diskutieren Johannes Zechner und Felix Lieb in der dritten Folge von „Schmidt! Macht Geschichte“.

19.5.2022 I 2. Folge I Sprechen wir über Krisen! Gespräch mit Dr. Kristoffer Klammer

Die „kleine Weltwirtschaftskrise“ Mitte der 1970er-Jahre bedeutete das Ende von 30 „Wirtschaftswunder“-Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs: eine (erste) Ölpreiskrise, ein heißer Krieg in Nahost und große Währungsturbulenzen. Welche Antworten gab die sozialliberale Koalition unter Kanzler Schmidt? Welche Strategien verfolgte seine Regierung mit der Rede von der Krise? Und wie unterscheidet sich das damalige Krisennarrativ von dem Heutigen? All das und mehr diskutieren Magnus Koch und Kristoffer Klammer in der zweiten Folge von „Schmidt! Macht Geschichte“.

10.3.2022 I 1. Folge I Terror zeigen - Der "Deutsche Herbst" im Museum
 

Terrorismus ist immer ein sensibles Thema, so auch in Museen und Ausstellungen. Wie darf Gewalt dargestellt werden, ohne zu verstören? Wie können die Motive von Täter*innen verständlich erklärt werden, auch wenn diese kaum nachvollziehbar sind? Diesen und anderen Fragen stellten sich auch Dr. Magnus Koch, Hendrik Heetlage und Merle Strunk vom Ausstellungsteam der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung. In der ersten Folge der neuen Podcast-Reihe „Schmidt! Macht Geschichte“ geht es um Helmut Schmidt, den „Deutschen Herbst“ und um die Frage, wie der Weg vom leeren Raum zur fertigen Ausstellung aussieht.