Das Wohnhaus

Rundgänge durch das Zuhause der Schmidts – neue Termine am 17. Dezember 2022 um 13:00 Uhr

Ein halbes Jahrhundert lebten Loki und Helmut Schmidt in Hamburg-Langenhorn. Das Haus von Loki und Helmut Schmidt ist heute ein Ort der Zeitgeschichte. Noch zu Lebzeiten hatten sich Loki und Helmut Schmidt gewünscht, dass ihr Haus einmal für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Ab dem 1. Juni 2022 finden wieder Führungen im Wohnhaus der Schmidts statt. Am 17. Dezember 2022, um 13:00 Uhr, können Sie die neuen Führungstermine buchen. Unter diesem Link finden Sie aktuellen Termine bis zum 10. Dezember 2022. Falls kurzfristige Abmeldungen eingehen, können Sie hier ggf. Restplätze finden:

Zur Buchung

Wichtiger Hinweis: Die Termine für die Führungen sind sehr begrenzt. Falls Sie keinen der begehrten Plätze ergattern konnten, ist das kein Grund zur Sorge. Wir bieten im ersten Quartal 2022 weitere Termine an und informieren Sie rechtzeitig in unserem Newsletter und auf unseren Social-Media-Kanälen.

Das legendäre Wohnhaus am Neubergerweg 80, in das die Familie Schmidt 1961 eingezogen war, fungierte in den 1970er-Jahren neben dem Kanzlerbungalow in Bonn quasi als zweiter, inoffizieller Regierungssitz. Schmidts Freunde wie Giscard d'Estaing und Henry Kissinger waren hier zu Gast. Es kamen der spanische König Juan Carlos, der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew oder auch der polnische Regierungschef Edward Gierek in die beschauliche Wohnsiedlung am Stadtrand.

Jahrzehnte lang war der Neubergerweg auch Treffpunkt für die „Freitagsgesellschaft“, die 30 Jahre lang jeden 2. Freitag im Monat auf Einladung der Schmidts zusammenkam. Eine Vortrags- und Diskussionsrunde aus Persönlichkeiten unterschiedlichster Fachrichtungen – unter anderem Politiker, Unternehmer, Künstler, Ärzte und Wissenschaftler – die sich über das Weltgeschehen austauschten.

Wer schon vorher neugierig ist, kann hier einen virtuellen Rundgangdurch das Haus machen.

Zudem präsentiert die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung unter dem Titel „Zuhause bei Loki und Helmut Schmidt“ ein neues reich bebildertes Buch, das Sie in das Wohnhaus der Schmidts entführt. Mit dem Buch will die Stiftung allen Interessierten die Möglichkeit geben, des Kanzlers Privathaus in Langenhorn kennenzulernen. „Und so ist es mir als Kuratoriumsvorsitzendem eine Freude“, schreibt Peer Steinbrück in seinem Vorwort, „Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu einer Reise durch 60 Jahre deutsche Zeitgeschichte einzuladen. Historische Aufnahmen, die Bilder des Hamburger Fotojournalisten Michael Zapf sowie die Texte der Expertinnen und Experten der Stiftung werden Ihnen ungewöhnliche Einblicke in das Leben dieses Jahrhundertpaars gewähren.“ Das Buch umfasst 224 Seiten und ist im Verlag Edel Books erschienen.

Zuhause bei Loki und Helmut Schmidt. Das Kanzlerhaus in Hamburg-Langenhorn“ Herausgegeben von der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, erschienen im Verlag Edel Books, September 2020
ISBN 978-3-8419-0746-2
EUR 22,00

Loki und Helmut Schmidt hatten einen feinen Sinn für Kunst, der im ganzen Haus spürbar ist. Ein Flügel, auf dem Helmut Schmidt selbst regelmäßig spielte, zeugt von seiner Liebe zur Musik.

Aktuelle Gartenansicht auf das Wohnhaus.
Test!
Der Blick aus Lokis Garten auf das Doppelhaus in Hamburg-Langenhorn. In die rechte Hälfte (Neubergerweg 80) zogen die Schmidts 1961 ein. Links daneben wohnten Helmut Schmidts Eltern Ludovika und Gustav (Neubergerweg 82). Später wurden die beiden Haushälften miteinander verbunden und von Helmut, Loki und Susanne Schmidt genutzt. © Michael Zapf
Aktuelle Nahaufnahme eines Rosenbuschs im Garten.
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„Wir sind hier kein so glattgeleckter Garten“, sagte Loki Schmidt, die sich als leidenschaftliche Botanikerin mit dem eigenen Grund und Boden, auf dem sie zahlreiche Raritäten pflanzte, einen Kindheitstraum erfüllte. © Michael Zapf
Blick in Schmidts Arbeitszimmer. An den Wänden befinden sich Bücherregale und hinter dem Schreibtisch beleuchtete Vitrine mit Münzsammlung.
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Ein schlichter Schreibtisch, Aschenbecher, ringsherum Bücher und die Vitrine (links), in der er seine wertvollsten Erinnerungsstücke aufbewahrte: Das ist das Arbeitszimmer von Helmut Schmidt. © Michael Zapf
Nahaufnahme zweier Stiftbehälter mit grünen Filzmakern auf Schmidts Schreibtisch.
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Wenn Helmut Schmidt schrieb, tat er dies immer mit dem gleichen Schreibgerät, einem schlichten grünen Filzstift (Marke Pentel Sign Pen) – so wie er es als Senator, Minister und Kanzler gewohnt war. Grün ist laut Geschäftsordnung der Bundesregierung die Farbe der Chefs. © Michael Zapf
Blick in den Bar-Raum. Viele maritime Elemente sind zu erkennen, ein Modell-Segelschiff hängt über der Bartheke.
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Die Hausbar, die sich nicht etwa im Keller, sondern neben dem Wohnzimmer befindet, strahlt echte Hafenkneipen-Atmosphäre aus. Ein Kuriositätenkabinett mit allerlei Tüdel und Tand.© Michael Zapf
Holzschild mit der Aufschrift „Ottis Bar“.
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„Ottis Bar“ heißt das Kleinod, das nach Schmidts Personenschützer Ernst-Otto Heuer benannt ist. © Michael Zapf
Blick in die Küche, die mit gelben Fronten ausgestattet ist. Die Wand ist mit sechseckigen tannengrünen Fliesen verkleidet.
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Ein Klassiker: Die damals hochmoderne SieMatic Einbauküche in „sonnengelb“ wurde 1974 am Neubergerweg montiert. © Michael Zapf
Blick in den Essbereich, der mit dunklen Holzmöbeln und Gemälden unter anderem von Emil Nolde eingerichtet ist. Auf dem Esstisch ein Aschenbecher.
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Skandinavisches Möbeldesign und Kunstwerke – wie die beiden Skulpturen „Der Sinnende II (rechts) und „Das Wiedersehen" (links) von Ernst Barlach – prägen das Esszimmer, in dem auch die Freitagsgesellschaft tagte. © Michael Zapf
Perspektive aus einer Ecke des Wohnzimmers. Im Hintergrund befindet sich der beleuchtete Bar-Raum.
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Das Wohnzimmer mit dem Blick in „Ottis Bar“ (rechts). Der Raum diente als Bühne der Weltpolitik. Am 7. Mai 1978 nahm der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnew auf dem roten Sofa (links) Platz. © Michael Zapf
Blick von der freistehenden Treppe in das Erdgeschoss. An den Wänden hängen Zeichnungen und Gemälde. Im Erdgeschoss steht ein schwarzer Flügel.
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Der Blick von der Galerie in die Halle. Links geht es in das Arbeitszimmer, in dem Helmut Schmidt, bis tief in die Nacht saß. An den Wänden hängen Werke von Horst Janssen, Karl Schmidt-Rottluff, August Macke und Edvard Munch. Im Erdgeschoss (rechts) steht der Steinway-Flügel. Hier spielte Helmut Schmidt mit Blick in den Garten. © Michael Zapf
Schachtisch mit zwei verzierten Holzstühlen im Wohnbzimmer. Ein Stuhl ist mit dem Namen „Loki Schmidt“, einem Blumenarrangement und dem Datum 23.12.1983 graviert.
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Am Schachbrett, das zwischen Halle und Wohnzimmer steht, saßen sich Loki und Helmut Schmidt oft gegenüber. Die beiden mit Intarsien verzierten „Vierländer Hochzeitsstühle“ waren ein Geschenk der SPD Hamburg-Bergedorf zu Schmidts 65. Geburtstag. © Michael Zapf
Perspektive vom Sofa ins Wohnzimmer.
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Der Blick vom Wohnzimmer aus auf den Kamin und in die Halle mit dem Flügel. © Michael Zapf

Als Bewunderer von Ernst Barlach besuchte das Ehepaar regelmäßig das nach dem Bildhauer und Zeichner benannte Ausstellungshaus im Hamburger Jenischpark. Im Herbst 2020 gab das Museum erstmals einen umfassenden Einblick in die private Sammlung des Ehepaars. Die Ausstellung „Kanzlers Kunst“ umfasste rund 150 Werke, darunter Gemälde, Plastiken und Kunstgewerbliches aus dem Haus der Schmidts. Sie wurde vom Ernst Barlach Haus in enger Kooperation mit der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung realisiert.

Dass die Schmidts Kunstliebhaber waren, ist bekannt. Dass sie sich zuhause mit Arbeiten so großer Namen wie unter anderem Marc Chagall, Otto Dix, Karl Schmidt-Rottluff, Pablo Picasso, Emil Nolde, Käthe Kollwitz und Paula Modersohn-Becker umgaben, sorgt dagegen immer wieder für Erstaunen. Zur Ausstellung gab die Helmut und Loki Schmidt-Stiftung ein gleichnamiges Buch heraus, das unter Federführung der Kunsthistorikerin Dr. Friederike Weimar entstanden ist. Neben einer Bilderschau enthält es eine Reihe von Aufsätzen, die das Verhältnis der Schmidts zur Kunst beleuchten.

Das Buch „Kanzlers Kunst“ ist erschienen im Dölling und Galitz Verlag. Es umfasst 216 Seiten.

Kanzlers Kunst. Die private Sammlung von Helmut und Loki Schmidt“ Herausgegeben von der Helmut und Loki Schmidt-Stiftung, erschienen im Dölling und Galitz Verlag, Oktober 2020
ISBN 978-3-86218-134-6
EUR 34,00

Das Archiv nebenan – heute ein Ort der Forschung

Schon 2006 – als das Wohnhaus der Schmidts die umfangreiche Dokumentensammlung nicht mehr fassen konnte, die Helmut Schmidt direkt nach Kriegsende begonnen hatte – beschloss er, in direkter Nachbarschaft zum Haus ein neues Archiv bauen zu lassen.

Das Archiv kann von Wissenschaftler*innen und Interessierten genutzt werden.