Streitkräfte für den Frieden

Geschichte und Aktualität der Inneren Führung in der Bundeswehr

Abendveranstaltung am 27. Oktober um 19:00 Uhr

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Das Konzept der Inneren Führung verwirklicht die Werte und Normen des Grundgesetzes in der Bundeswehr. Es steht seit dem Neuaufbau der deutschen Streitkräfte in den 1950er-Jahren für die Einordnung der Bundeswehr in einen demokratischen Rechtsstaat und für ein verantwortungsbewusstes Führungsverständnis, das nicht auf dem Prinzip der unbedingten Loyalität gründet. Heute wird das Konzept der Inneren Führung in zentralen Aspekten infrage gestellt: Auslandseinsätze schaffen neue praktische und organisatorische Anforderungen an Führungskonzepte der Bundeswehr, Drohnen und andere unbemannte Waffensysteme werfen neue Fragen von Ethik und Verantwortung auf, Radikalisierung und Rechtsextremismus in der Bundeswehr hinterfragen die Idee der „Staatsbürgerinnen und -bürger in Uniform“. In einer Zeit zunehmend komplexer Sicherheitsbedrohungen und gesteigerter Anforderungen an die Bundeswehr sind Fragen nach den Prinzipien und Idealen der Bundeswehr so wichtig wie lange nicht mehr. Eine kritische Würdigung des Konzepts der Inneren Führung erscheint daher dringend geboten, um Schwachpunkte zu identifizieren, Stärken zu betonen und so Reformperspektiven für die Zukunft der Bundeswehr aufzuzeigen.

Wir diskutieren die aktuellen Herausforderungen der Inneren Führung vor dem Hintergrund der zentralen Rolle zweier großer Hamburger Persönlichkeiten bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzepts der Inneren Führung. General Wolf Graf von Baudissin, der ab 1971 das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) aufbaute, gilt als Urheber des Konzepts der Inneren Führung. Helmut Schmidt trug in seiner Zeit als Verteidigungsminister ganz entscheidend zur Realisierung des Konzepts im Bundeswehralltag bei und war zeitlebens ein vehementer Verfechter dieser Prinzipien und einer in der Gesellschaft verankerten Bundeswehr. Über die Diskussion von Ideen und Überlegungen dieser historischen Persönlichkeiten, die vor mehr als 50 Jahren zur Entwicklung des Konzepts geführt haben, soll der Blick für notwendige Reformen und Herausforderungen für die Zukunft der Bundeswehr geschärft werden.

Ausgangspunkt der Diskussion bildet eine Einordnung der historischen Bedeutung und aktuellen Relevanz des Konzepts der Inneren Führung durch Dr. Eva Högl, der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags. Die aktuelle Publikation einer Biografie über General Wolf Graf von Baudissin zum 50-jährigen Jubiläum des IFSH sowie die aktuelle Ausstellung „Schmidt! Demokratie leben“ bieten den historischen Hintergrund für eine zeitgenössische Diskussion und vertieften Debatte des friedens- und verteidigungspolitischen Erbes dieser beiden bedeutenden Hamburger Persönlichkeiten.

Die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg laden Sie herzlich zu einer digitalen Veranstaltung über Geschichte und Aktualität der Inneren Führung in der Bundeswehr ein. Die Veranstaltung findet am 27. Oktober 2021 um 19:00 Uhr statt und wird live aus unserer Ausstellung „Schmidt! Demokratie leben“ über unseren Youtube-Kanal gestreamt.

Programm
Keynote: Dr. Eva Högl, Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags
Prof. Dr. Dagmar Bussiek, Historikerin und Baudissin-Biografin
Dr. Magnus Koch, Leiter Arbeitsbereich Ausstellungen und Geschichte, Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung
Dr. Hendrik Hegemann, Referent im Forschungsbereich Gesellschaftlicher Frieden und Innere Sicherheit, IFSH
Prof. Dr. Stefan Bayer, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Moderation:
Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung
Prof. Dr. Ursula Schröder, wissenschaftliche Direktorin des IFSH

Wolf Graf von Baudissin war Gründungsdirektor des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH). Foto: Baudissin Dokumentationszentrum

 

Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt (vorn) im Dialog mit Soldaten der Luftwaffe, Marine und des Heeres. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundeswehr diskutierten Soldaten am 20. November 1970 auf einer Arbeitstagung in der Koblenzer Pionier-Kaserne mit ihrem Minister. An der Tagung nahmen 250 gewählte Vertrauensmänner der Bundeswehr teil. Foto: dpa/Roland Witschel

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