Wie kann „Ressortübergreifender Zivil- und Katastrophenschutz“ gelingen?

Diskussionsveranstaltung im Helmut-Schmidt-Forum

„Die heutige Diskussionsveranstaltung […] hätte Helmut Schmidt mit Sicherheit für ausgesprochen wichtig gehalten“ – mit diesen Worten begrüßte Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, die Gäste und Redner*innen am Donnerstagabend, 8. Februar. Schmidt hatte als Polizeisenator Hamburgs im Februar 1962 großen Anteil an der Bewältigung der großen Sturmflut – entscheidend dafür war eben jenes Zusammenspiel zwischen zivilen und militärischen Kräften, deren Einsatz Schmidt seit den frühen Morgenstunden des 17. Februar koordinierte. So diskutierten die Redner im Helmut-Schmidt-Forum darüber, wie die Gesellschaft sich auf Krisen vorbereiten kann. Dazu eingeladen hatte die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität und deren Freundes- und Fördererkreis. Als Schirmherrin des Projekts hielt Aydan Özoğuz, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, ein Grußwort. Özoğuz verwies auf Herausforderungen im Krisenmanagement und hob gleichzeitig Helmut Schmidts pragmatisches handeln 1962 als Positivbeispiel hervor. Die Beteiligung der Bundeswehr habe damals Leben gerettet. 

Wie wichtige gerade in einer technologisierten Gesellschaft eine funktionierende Infrastruktur ist, betonte der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesinnenministerin, Johann Saathoff: „Ohne Strom wäre eine industrielle Produktion nicht mehr denkbar, ohne die stetige Versorgung mit Trinkwasser das Leben kaum vorstellbar und ohne funktionierende Informations- und Kommunikationstechnik kein Bankgeschäft machbar.“ Deshalb brauche es laut Saathoff einen besseren Schutz der kritischen Infrastruktur, etwa durch das vom Bundesinnenministerium entworfene „Kritis Dachgesetz“. Auch Generalmajor Andreas Henne stellte Strategien vor, wie in Krisenzeiten eine Infrastruktur aufrechterhalten werden könnte. Weil Krisen und Kriege zunehmende Realität seien, müsse der zivile Katastrophenschutz der Bundeswehr zuarbeiten. Generalmajor Henne begrüßte das „Kritis Dachgesetz“ als entscheidenden Schritt hin zu mehr Resilienz. Gleichzeitig forderte er einen höheren Etat für die Bundeswehr, um die Verteidigung des Landes sicherzustellen. 

Im Anschluss an die Reden diskutierten die zwei Referenten gemeinsam mit Prof. Dr. Hans Koller von der Helmut-Schmidt-Universität die Fragen des Publikums. Koller stellte den neu eingerichteten Studiengang „Master on Civil-Military Interaction“ vor. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dr. Klaus Beckmann, Präsident der Helmut-Schmidt-Universität. In der Diskussion stellte Saathoff die für ihn zentrale Frage, wie die zuständigen Institutionen die Gesellschaft für diese essenziellen Themen interessieren könne. Generalmajor Henne betonte, dass es bereits ein Umdenken in der Bevölkerung gebe, auch durch Katastrophen wie der Flut im Ahrtal. Er zeigte sich abschließend optimistisch: „Ich bin davon überzeugt, wenn wir dürfen, kriegen wir das hin.“
 

Grafik mit den Logos der BKHS, der HSU und des Freundes- und Fördererkreises.

Die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung organisierte den Abend gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität und deren Freundes- und Fördererkreises.

Fünf Menschen stehen nebeneinander und blicken in die Kamera.

V.l.: Generalmajor Andreas Henne neben dem Parlamentarischen Staatssekretär Johann Saathoff, sowie Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführers der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung Dr. Meik Woyke, der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Aydan Özoğuz und dem Universitätspräsidenten der Helmut-Schmidt-Universität Dr. Klaus Beckmann. © BKHS/Michael Zapf

Ein Mann steht vor einem Rednerpult. Im Hintergrund sitzt das Publikum auf Stühlen.

Dr. Meik Woyke begrüßt die Gäste und Redner*innen. © BKHS/Michael Zapf

Nahaufnahme eines Mannes in Anzug.

Johann Saathoff am Mikrofon. © BKHS/Michael Zapf

Blick ins Publikum. Eine Frau klatscht in der ersten Reihe.

Aydan Özoğuz im Publikum. © BKHS/Michael Zapf

Ein Mann in Uniform gestikuliert.

Generalmajor Henne auf dem Podium. © BKHS/Michael Zapf

Vier Männer sitzen auf dem Podium.

Die Diskussionsrunde (v. l.): Johann Saathoff, Generalmajor Henne, Dr. Hans Koller und Dr. Klaus Beckmann. © BKHS/Michael Zapf

Nahaufnahme eines Mannes mit Mikrofon in der Hand.

Dr. Hans Koller wirbt für den Masterstudiengang "Civil-Military Interaction", der an der HSU belegt werden kann. © BKHS/Michael Zapf

Menschen stehen in einem Ausstellungsraum.

Dr. Magnus Koch, Leiter des Arbeitsbereichs Ausstellungen und Geschichte der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, führt die Besucher*innen durch das Helmut-Schmidt-Forum. © BKHS/Michael Zapf

Vier Menschen unterhalten sich.

Lockere Gesprächsrunde im Anschluss an die Diskussion. © BKHS/Michael Zapf

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